Hat man einmal den Weg in den Social Media Dschungel gewagt, stellt sich recht schnell die Frage, welche Tools, welche Filter und welche Monitoringmöglichkeiten es gibt und, vor allem, welche Sinn machen.
Natürlich ist jede Auflistung in diesem Bereich von der subjektiven Wahrnehmung geprägt. Aber dies ist auch in einem Bereich ohne normierte Vergleichswährung erlaubt. Was hier herangezogen wird, ist eine der wichtigsten Kriterien, auch welche ich zurückgreifen kann – meine Erfahrung aus den Bereichen Web2.0, Social Media und nachhaltiger Kommunikationsstrategie, verbunden mit dem Feedback und den Erkenntnissen aus vielen Kundenprojekten.
Um die Notwendigkeit des Monitorings im Web zu untermauern, möchte ich den Vergleich mit dem TV heranziehen. Nein, es wird jetzt keine Auflistung, was das TV und das iNet gemeinsam haben – es geht um deren Bewertungsmechanismen, welche für zukünftige Investitionen herangezogen werden.
TV Inhalte werden nach 3 Erfolgskriterien gemessen:
aussergewöhnliche Inhalte (egal ob Komödien, Dramen, Dokumentationen, Thriller, etc.)
Erfolgreiche Verbreitung der Inhalte per Radio, TV oder anderer Kanäle, welche große Consumerzahlen ansprechen.
Wie sehr ziehen die Inhalte Werber und Sponsoren an und schaffen dadurch Gewinn für die Betreiber?
TV Inhalte gehen Hand in Hand mit deren Bewertungen, angefangen bei den Zusehern bis hin zu der dadurch entstandenen Marktpenetration.
Und was für konsumierte Inhalte, a la TV gilt, ist auch auf Social Media Marketing umzulegen.
Taraaa … daher hier eine Auflistung einiger Ratings, welche für Social Media Channels in Betracht gezogen werden sollten:
Blog
Bei Blogs, eine der Königsdisziplinen – wenn nachhaltig und aktiv betrieben – des Reputation Managements liegt der Fokus auf folgenden Punkte
wer kommentiert? Unterschied zwischen großen und kleinen Fischen im Teich vorher definieren und bei Bedarf nachjustieren
Links
Zeit, welche Besucher auf der Site verbringen
Facebook
Anzahl der Fans – bei Fanpages!
Qualität der Fans
Kommentare
Twitter
Anzahl der Follower – ohne Zuhilfenahme durch Follower Generierungtools!
Auf wie vielen Listen ist man vertreten?
Wie oft die eigenen Tweets reTweeted werden
Anzahl der Direct Messages – ohne SPAM
Rating auf Klout – Service, zur Messung des Einflusses
YouTube
Anzahl der Views
Anzahl der Channel Subscriber
Anzahl der Kommentare – ohne SPAM natürlich
Und schlussendlich geht es bei dem Ganzen um die Schaffung von Begeisterung und Identifikation - Schaffen Sie es, dass Ihre Besucher Ihren Content wie verrückt auf Twitter oder Facebook weiterverbreiten? Wird Ihr Blog zitiert oder darauf verwiesen? Schreiben Sie User an, dass Sie es kaum aushalten, bis es wieder Neuigkeiten gibt?
Falls ja, dann sehen Sie die obere Liste nur als Ergänzung und schlafen Sie gut auf Ihren Lorbeeren.
Spät, aber doch noch im Jahre 2009 kommt der zweite Teil der AlmCamp09 Eindrücke.
Auf der einen Seite mal das versprochene Interview mit Robert Basic, in welchem er frei von Leber weg über die Unterschiede Österreich/Deutschland spricht und uns an seinen Eindrücken vom AlmCamp09 teilhaben lässt.
Und dann natürlich all jene Teilnehmer, welche sich “getraut” haben und ihre Eindrücke vom AlmCamp09 zum Besten geben:
Enjoy!
PS: der Autor dieser Zeilen erhebt keinen Anspruch auf Professionalität beim Videoschnitt
Retrospektiven soll unter anderem als Plattform dienen, um die österreichische Social Media Szene vorzustellen und ein bisschen hinter die Kulissen zu blicken.
Social Media ist, und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine, in vielen Bereichen noch totales Neuland. Da ist es auch egal, wie lange es schon Personen gibt, welche in diesem Bereich arbeiten und forschen. Auf die Masse umgelegt, ist Social Media immer noch ein Hypethema. Und Hypethemen haben immer Vor- und Nachteile. Darueber lasse ich aber lieber andere diskutieren
Social Media ist in vielerlei Hinsicht auch manchmal ein Glaubenskrieg a la “Linux”. Was ich damit meine ist, dass es auch hier Puristen gibt, welche zwischen “echten” Social Media Kennern” und “Fake-Gurus unterscheiden. Dieser Ansatz einer Themenbehandlung ist aber nicht mein Weg, weshalb ich mich auch nicht auf die eine odere andere Seite schlage.
Für mich persoenlich gilt es, Social Media, Mundart-tauglich zu machen. Es hat allen Grund ein Hypethema zu sein, jedoch macht der Nachhaltigkeitsansatz aus Social Media mehr als nur eine Eintagesfliege. Niemand kann dies besser erklaeren als die deutsche Band “Wir sind Helden” mit ihre Song “gekommen um zu bleiben”
Nach meinem ersten Blogposting zu Social Media in Austria, begann das Thema etwas zu polarisieren, da ich gerne Begriffe verwende, welche auf den Punkt bringen, wie ich Dinge sehe.
Hier ein Beispiel aus meinem Blogpost:
Ritchie Pettauer, von mir auch gerne der Godfather of Social Media genannt, …
…
Das Glanzstück seiner bisherigen Videointerview-Serie bildet die Interviewreihe mit Guy Kawasaki, dem zweiten Paten der Social Media Szene
Motiviert durch diesen Absatz, bekam ich zugleich Feedback (ich liebe Feedback):
Es geht darum, dass ich Guy Kawasaki als Paten der Social Media Szene beschrieben habe. Guy gibt selbst zu, dass auf seinem populärsten Kanal einer seiner Mitarbeiter twittert. Dies hat den einfachen Grund, dass es viel Content gibt, er aber einfach nicht genug Zeit hat, in diesem Ausmass zu twittern. Verständlich bei einer Person, die teilweise mehr im Flugzeug sitzt, als am Bürosessel.
Warum ist Guy Kawasaki jetzt ein Pate im Bereich Social Media? Einfach weil es viele Menschen gibt, welche auf seinen Rat hören und die durch seine Ratschläge selbst motiviert wurden, sich den Bereich Social Media anzusehen. Viele dieser Personen hätten wahrscheinlich etwas länger gebraucht um einer Stimme zuzuhören, welche über Social Media redet. Guy ist aufgrund seiner Vita angesehen, wird respektiert und ihm hört man zu, wenn er redet.
Die Rolle eines Leaders ist oft auch nur abgedeckt, wenn man in die richtige Richtung zeigt und führt. Ob man jetzt jemanden für sich twittern lässt mag Puristen ungelegen kommen, aber wenn es der Sache dient, dann geht das schon mal in Ordnung.
Aus Fehlern lernen will auch gelernt sein
Auch eine weitere Äußerung meinerseits bezüglich österreichischer Social Media Helden bekamen einige in den falschen Hals, wie ich zur Kenntniss genommen habe. Es geht hier um das Verständnis fuer Helden.
Und wo man hobelt, da fallen auch mal Spähne, wie man so schön sagt und so kam es, dass die Telekom Austria Jahre danach den einen oder anderen Service einstellte. Unter anderem auch die besagte Blogplattform.
Sei es, weil der Service zu früh am Markt erschienen ist oder weil politische Entscheidungen hier ein Wörtchen mitgeredet haben. Das spielt keine Rolle und ich kenne diese Hintergründe auch nicht.
Was zählt ist einzig die Tatsache, dass Knallgrau und Telekom Austria zu diesem Zeitpunkt ein Projekt gestartet haben, welches damals im Telco Bereich einzigartig war.
Solche Projekte waren es, welche den Weg aufbereitet haben, damit aktuelle und internationale Kampagnen ueberhaupt entstehen können (irgendwer muss ja den ersten Schritt machen).
Biblisch formuliert könnte man sagen:
“Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.”
(Johannes 8,7)
Dieses Bibelzitat bezieht sich zwar auf Ehegeschichten … aber ist Social Media und die neue Macht des Kunden nicht auch eine Art Patchwork-Familie und damit ein neuer Stil einer Ehe?
Was sind Helden? Natürlich, Superman, Batman und wie sie alle heißen, konnten jeder etwas ganz außergewoehnliches und retteten damit die Welt im Stundentakt. Aber wir leben nun mal nicht in einer Welt mit übernatürlichen Superhelden (auch wenn dies einige Politiker von sich behaupten )
Batman und Superman wurden mit den Superhelden-Fähigkeiten und/oder dem nötigen Kleingeld geboren.
Beides Eigenschaften, die Knallgrau am Anfang der Gruendung sicher nicht hatte.
Stellen Sie sich vor … es ist um 1997 … die Menschheit kennt Computer und Internet. Auch die Eltern beginnen langsam zu begreifen, dass das Computerkistl so falsch nicht sein kann, wenn es ja schon EDV-Unterricht gibt
Und dann, Mitten im kleinen und feinen Österreich gehen 3 junge Maenner, beherzt von der Idee des Social Media Gedankens, her und gründen eine Firma, deren Inhalte New Media und Social Media sind. Begriffe, die damals bei einigen Kunden wahrscheinlich die selben Ängste hervorgerufen haben, wie wenn heute jemand über Scientology spricht.
Was passiert, wenn man Pionierarbeit leistet? Genau, man hat keine Best Practice Beispiele und schon gar keine Basis, auf der man aufbauen kann. Daher ist auch jeder Schritt, der für einen Kunden ein Projekt bedeutet, auch gleichzeitig eine Art continuous learning.
Und zwar die Art des Lernens, welche durch Fehler zur größtmöglichen Steigerung der Lernkurve führt.
Viele Fehler machen, diese aber früh machen
… ist in vielen (neuen) Bereichen meist die Einstellung, welche zukünftige Wissensträger von Eintagsfliegen unterscheidet.
Ein Blick über den großen Teich zeigt ganz klar, wer langfristig erfolgreich ist … Personen und Unternehmen, welche sich trauen und Fehler als Chance sehen.
Doch … es muss eben nicht immer über den großen Teich geblickt werden. Auch in unseren Breitengraden brodelt es
Ich weiss … ich blogge viel zu selten und ich finde selbst, dass es eine richtige Frechheit von mir war, eine kleine Umfrage zu starten, worueber ich denn bloggen soll. Und dann lasse ich mir beinhart mehrere Wochen Zeit mit dem Posting. Asche ueber mein Haupt! Mea culpa.
So, jetzt wo das geklaert ist zurueck zum eigentlichen Thema.
Ich hatte auf Doodle gefragt, worueber meine Leser am liebsten lesen wuerden.
Zur Auswahl standen folgende Themen:
Information Worker und die Cloud (Arbeiten mit den Tools aus dem Browser)
Paradigmenwechsel und Beobachtungen zwischen digitalen Zeitzeugen und standfesten Marketeers
Gewonnen hat das zweite Thema mit einem Torverhaeltnis von 20:17
Ich hatte das Glueck und die Ehre, Gewinner der Eintrittskarten fuer das Werbeplanungssummit zu sein.
Dem ging natuerlich eine harte Gewinnspielschlacht voraus, bei dem Blog-Comments und Tweets zum Sieg beitragen konnten.
Initiiert wurde das Ganze von niemand geringerem als Ritchie Pettauer, dem Godfather of Social Media
Das Werbeplanungssummit war ein 2-Tage Kongress zum Thema Digitales Marketing in Oesterreich und damit eines der am meist erwarteten Events in der Werbe- und Medienlandschaft.
Fuer mich war die Schnittstellenbehandlung zwischen standfesten Marketingprofis und deren Zugang zu den heute aktiven digitalen Zeitzeugen extrem interessant. Mit digitalen Zeitzeugen meine ich grob zusammengefasst die “neue” Generation der Mediennutzer, welche erst verstanden werden muss und die Mediennutzung komplett auf den Kopf gestellt hat.
Genau die seltsame Sorte von Kunden, welche Google als das Lexikon schlechthin sehen, ueber das Leben twittern und bei Gefahr in Verzug ihren Facebook Status aktualisieren. Etwas ueberzogen diese Beschreibung, aber was ist heute schon normal im digitalen Zeitalter ohne jegliche Definitionen?
Fuer mich als Person aus der Generation, welche die “alte” (Medien-)Welt miterlebt hat und die neue (ich nenne sie gerne auch “erweiterte”) Sichtweise auch taeglich mitpraegt (Kunde = Produzent) war das Werbeplanungssummit recht ernuechternd.
Ich bin einfach mal so frei und behaupte, dass vergangene Erfahrung und damit verbundene Erfolge in der bisherigen Art des Marketing und der Zielgruppenwerbung niemanden darin qualifizieren, fuer die heutigen Kunden gewappnet zu sein. Hier trifft es wirklich zu, dass bisherige Erfolge blind machen koennen.
Auch wenn ich jetzt den Zorn der einen oder anderen grauen Eminenz der Werbelandschaft auf mich ziehe … ich finde, es ist etwa so wie der Vergleich mit Birnen und Aepfeln, wenn wir in der Volksschule rechnen lernen. Ungleiches vertraegt sich manchmal absolut nicht und schon gar nicht, wenn es um Nachhaltigkeit und Best Practice geht.
Etwas wirr was ich schreibe, aber ich moechte es mal so erklaeren: In den meisten Sessions, welche Interaktion mit der digitalen Welt versprachen, war einfach zu oft zu sehen, dass z.B. Bannerwerbung immer noch als Zugangsmittel zur digitalen Generation gesehen wurde.
Auch hoerte man immer oefter, dass “Unternehmen xy jetzt ja auch eine Facebook-Fanpage hat” und damit die Kunden total verstanden hat.
Vergessen wurde, dass Social Media … unangeachtet all der Plattformen a la Facebook, Twitter, etc. genau ein einziges Thema zum Inhalt hat. Nachhaltiger Dialog ist hier das Um und Auf der Thematik. Facebook und Konsorten sind TOOLS!!!! Heute ist es Twitter und morgen eine andere Plattform.
Eine SocialMedia Strategie sollte nicht nur, sie muss auch unabhaengig von den derzeitigen Plattformen Sinn machen und ein Ebene darueber ansetzen.
Ich habe am Werbeplanungssummit schlichtweg die richtigen Fragen vermisst. Fragen nach dem WARUM und dem WESHALB haetten Sinn gemacht. Viel zu viel wurde immer nur ueber das WIE geredet und ueber direkte Umsetzungen, von langfristigen Strategien war einfach zu wenig zu hoeren.
Positiv ueberrascht hat mich hier aber OE3 … der Sender, dem die Oesterreicher und -Innen vertrauen
OE3 setzt auf SocialMedia und hat die nachhaltige Kommunikation dahinter insoweit verstanden, dass man diese Investition als eine langfristige sieht, welche nicht direkt und schon gar nicht schnell in Umsatzzahlen zu sehen ist.
Das Werbeplanungssummit an sich war aber eine hervorragende Veranstaltung und fuer Personen in der Medien- und Werbebranche auf jeden Fall ein must. Auch fuer mich hat es neue Perspektiven hervorgebracht. Umso mehr schaue ich in die Zukunft und freue mich auf das naechste WPSummit und die Ideen und Konzepte, welche seit dem ersten WPSummit entwickelt wurden.
Oesterreich ist im Bereich NewMedia, SocialWeb und Web2.0 teilweise ein Entwicklungsland und gerade deshalb ein guter Boden fuer Aufklaerungsarbeit und neue Unternehmer
Als Gewinner der Karten wurde ich an einem echt heissen Sommertag vor den Toren der Nationalbibliothek interviewed (sichtlich geschafft von der Hitze und der guten Belueftung ) und befand mich in bester Gesellschaft, da auch Armin Wolf an diesem Tag von Ritchie interviewed wurde. Uebrigens war Armin Wolfs Keynote ein sehr guter Start in den Event, da dies die zeitgemaesse Verschmelzung von Old Media und New Media aus der Praxis spiegelte.
Das WPSummit hat hier mit dieser Veranstaltung Pionierarbeit geleistet und hoffentlich eine breite Diskussion gestartet, welche durch intelligentes Lernen und Probieren (aber auch dem Zulassen von Fehlern) bald Fruechte tragen wird.