Archive

Posts Tagged ‘Helden’

Reißerische Social Media Jobtitel und die Kunst zu lernen

September 24th, 2009 4 comments

Der Pate uncensored

Retrospektiven soll unter anderem als Plattform dienen, um die österreichische Social Media Szene vorzustellen und ein bisschen hinter die Kulissen zu blicken.

Begonnen habe ich damit vor einigen Tagen mit dem Posting Social Media made in Austria – Asterix gegen den Rest der Welt.

Social Media ist, und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine, in vielen Bereichen noch totales Neuland. Da ist es auch egal, wie lange es schon Personen gibt, welche in diesem Bereich arbeiten und forschen. Auf die Masse umgelegt, ist Social Media immer noch ein Hypethema. Und Hypethemen haben immer Vor- und Nachteile. Darueber lasse ich aber lieber andere diskutieren :-)

Social Media ist in vielerlei Hinsicht auch manchmal ein Glaubenskrieg a la “Linux”. Was ich damit meine ist, dass es auch hier Puristen gibt, welche zwischen “echten” Social Media Kennern” und “Fake-Gurus unterscheiden. Dieser Ansatz einer Themenbehandlung ist aber nicht mein Weg, weshalb ich mich auch nicht auf die eine odere andere Seite schlage.

Für mich persoenlich gilt es, Social Media, Mundart-tauglich zu machen. Es hat allen Grund ein Hypethema zu sein, jedoch macht der Nachhaltigkeitsansatz aus Social Media mehr als nur eine Eintagesfliege. Niemand kann dies besser erklaeren als die deutsche Band “Wir sind Helden” mit ihre Song “gekommen um zu bleiben” :-)

Nach meinem ersten Blogposting zu Social Media in Austria, begann das Thema etwas zu polarisieren, da ich gerne Begriffe verwende, welche auf den Punkt bringen, wie ich Dinge sehe.

Hier ein Beispiel aus meinem Blogpost:

Ritchie Pettauer, von mir auch gerne der Godfather of Social Media genannt, …

Das Glanzstück seiner bisherigen Videointerview-Serie bildet die Interviewreihe mit Guy Kawasaki, dem zweiten Paten der Social Media Szene :-)

Motiviert durch diesen Absatz, bekam ich zugleich Feedback (ich liebe Feedback):

Leyrer_1

Es geht darum, dass ich Guy Kawasaki als Paten der Social Media Szene beschrieben habe. Guy gibt selbst zu, dass auf seinem populärsten Kanal einer seiner Mitarbeiter twittert. Dies hat den einfachen Grund, dass es viel Content gibt, er aber einfach nicht genug Zeit hat, in diesem Ausmass zu twittern. Verständlich bei einer Person, die teilweise mehr im Flugzeug sitzt, als am Bürosessel.

GuyKawasaki5Guy führt aber auch einen anderen Twitter-Kanal, auf dem er wirklich selbst twittert.

Warum ist Guy Kawasaki jetzt ein Pate im Bereich Social Media? Einfach weil es viele Menschen gibt, welche auf seinen Rat hören und die durch seine Ratschläge selbst motiviert wurden, sich den Bereich Social Media anzusehen. Viele dieser Personen hätten wahrscheinlich etwas länger gebraucht um einer Stimme zuzuhören, welche über Social Media redet. Guy ist aufgrund seiner Vita angesehen, wird respektiert und ihm hört man zu, wenn er redet.

Die Rolle eines Leaders ist oft auch nur abgedeckt, wenn man in die richtige Richtung zeigt und führt. Ob man jetzt jemanden für sich twittern lässt mag Puristen ungelegen kommen, aber wenn es der Sache dient, dann geht das schon mal in Ordnung.

Aus Fehlern lernen will auch gelernt sein

Auch eine weitere Äußerung meinerseits bezüglich österreichischer Social Media Helden bekamen einige in den falschen Hals, wie ich zur Kenntniss genommen habe. Es geht hier um das Verständnis fuer Helden.

Leyrer_2_jpg

Gemeint ist hier eine Blogplattform, welche 2005 von Knallgrau fuer das Kundenportal der Telekom Austria konzipiert und implementiert wurde.

Und wo man hobelt, da fallen auch mal Spähne, wie man so schön sagt und so kam es, dass die Telekom Austria Jahre danach den einen oder anderen Service einstellte. Unter anderem auch die besagte Blogplattform.

Sei es, weil der Service zu früh am Markt erschienen ist oder weil politische Entscheidungen hier ein Wörtchen mitgeredet haben. Das spielt keine Rolle und ich kenne diese Hintergründe auch nicht.

Was zählt ist einzig die Tatsache, dass Knallgrau und Telekom Austria zu diesem Zeitpunkt ein Projekt gestartet haben, welches damals im Telco Bereich einzigartig war.

Solche Projekte waren es, welche den Weg aufbereitet haben, damit aktuelle und internationale Kampagnen ueberhaupt entstehen können (irgendwer muss ja den ersten Schritt machen).

Biblisch formuliert könnte man sagen:

“Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.”

(Johannes 8,7)

Dieses Bibelzitat bezieht sich zwar auf Ehegeschichten … aber ist Social Media und die neue Macht des Kunden nicht auch eine Art Patchwork-Familie und damit ein neuer Stil einer Ehe? ;-)

superheldenWas sind Helden? Natürlich, Superman, Batman und wie sie alle heißen, konnten jeder etwas ganz außergewoehnliches und retteten damit die Welt im Stundentakt. Aber wir leben nun mal nicht in einer Welt mit übernatürlichen Superhelden (auch wenn dies einige Politiker von sich behaupten :-) )

Batman und Superman wurden mit den Superhelden-Fähigkeiten und/oder dem nötigen Kleingeld geboren.

Beides Eigenschaften, die Knallgrau am Anfang der Gruendung sicher nicht hatte.

Stellen Sie sich vor … es ist um 1997 … die Menschheit kennt Computer und Internet. Auch die Eltern beginnen langsam zu begreifen, dass das Computerkistl so falsch nicht sein kann, wenn es ja schon EDV-Unterricht gibt :-)

Und dann, Mitten im kleinen und feinen Österreich gehen 3 junge Maenner, beherzt von der Idee des Social Media Gedankens, her und gründen eine Firma, deren Inhalte New Media und Social Media sind. Begriffe, die damals bei einigen Kunden wahrscheinlich die selben Ängste hervorgerufen haben, wie wenn heute jemand über Scientology spricht.

Was passiert, wenn man Pionierarbeit leistet? Genau, man hat keine Best Practice Beispiele und schon gar keine Basis, auf der man aufbauen kann. Daher ist auch jeder Schritt, der für einen Kunden ein Projekt bedeutet, auch gleichzeitig eine Art continuous learning.

Und zwar die Art des Lernens, welche durch Fehler zur größtmöglichen Steigerung der Lernkurve führt.

Viele Fehler machen, diese aber früh machen

… ist in vielen (neuen) Bereichen meist die Einstellung, welche zukünftige Wissensträger von Eintagsfliegen unterscheidet.

Ein Blick über den großen Teich zeigt ganz klar, wer langfristig erfolgreich ist … Personen und Unternehmen, welche sich trauen und Fehler als Chance sehen.

Doch … es muss eben nicht immer über den großen Teich geblickt werden. Auch in unseren Breitengraden brodelt es :-)

Helden eben :-)

Stay tuned!

Superhelden gewünscht – das wahre Gesicht in der Krise

September 20th, 2009 No comments

Es ist (immer noch) Weltwirtschaftskrise und ich wollte daran eigentlich nicht teilnehmen.

Aber egal ob es das Fernsehen, das Radio oder etwaige digitale Medien sind, überrannt wird man von diesem Thema Tag ein, Tag aus.

krise

Hinzu kommt, dass die Weltwirtschaftkrise auch gerne als die Wurzel allen Übels herhalten muss. Zum Glück habe ich noch keine erfolglose Fussballmannschaft gesehen, deren Trainer sich auf die Krise ausredet :-)

Gerade in vielen Unternehmen zeigt die Krise, welche Potential im Management steckt. Es ist vollkommen klar, dass viele Unternehmen hart getroffen wurden und daher Einschnitte notwendig, ja sogar überlebenswichtig, waren.

Kosten zu sparen ist nicht falsch, jedoch kommt es darauf an, wie man diese Optimierung der Ressourcen umsetzt und worauf der Fokus gesetzt wird.

Um es kurz zu machen … Kostenersparnis mit Kündigungen und Einsparungen im Peoplemanagement gleich zu setzen ist etwas sehr kurzfristig. Vor allem, wenn diese Unternehmen in anderen kostenfressenden Bereichen keine signifikanten Einsparungen vornehmen, sondern mit Augenauswischerei die Kostenstruktur rechtfertigen.

Ich habe in meinem beruflichen und privaten Leben eines gelernt:

In Krisenzeiten zeigt sich gutes Management, gute Führung und intelligente Kommunikation.

Etwas salopp formuliert … in (relativ) krisenfreien Zeiten ist es einfach, “gute Ergebnisse” zu erzielen. Die wahre Stärke guter und nachhaltiger Manager zeigt sich aber genau in den Zeiten, in denen Rückgrat gefordert ist.

In Diskussionen erlebe ich immer wieder diese kurzfristige Denkweise und die abenteuerlichsten Ausreden. Natürlich sind Entlassungen eine Möglichkeit, signifikant Kosten zu senken, aber es darf einfach nicht die erste Option sein, welche herangezogen wird.

Mitarbeiter binden sich nicht nur über einen Lohnzettel an das Unternehmen.

Was Unternehmen als Motivation und eigenem Antrieb gerne von Mitarbeitern fordern, dürfen sie in Krisenzeiten nicht abwerten, indem sie Mitarbeiter als reine Kostenstelle ansehen.

Nicolas Hayek, Gründer und Boss von Swatch, dem schillernden Uhrenhersteller aus der Schweiz, hat vor Kurzem in einem Interview angeführt, dass sein Unternehmen aufgrund der Krise keine Leute entlässt. Er gibt offen zu, dass die Krise sein Unternehmen genauso hart getroffen hat, wie viele andere Unternehmen auch.

SCHWEIZ SWATCHHayek erklärt, dass Mitarbeiter eine Investition sind und Swatch beim Eintritt der Krise vorerst andere Bereiche, als die der Personalstruktur, stark unter die Lupe genommen hat. Dies ist natürlich eine Aussage, welche auch das eine odere andere Unternehmen von sich gegeben hat, bevor tausende Personen entlassen wurden und wenige Monate drauf gigantische Mega-KickOffs in Übersee abgehalten wurde.

Jedoch ging Swatch einen Schritt weiter und war sich die ganze Zeit über bewusst, dass die Krise nicht die Regel, sondern die Ausnahme ist und damit irgendwann vorbei sein wird. Hayek und sein Team wissen, dass man Vertrauen der Mitarbeiter nur Stärken kann, wenn man auch in schlechten Zeiten zueinander steht. Mit diesem Denken in der Unternehmensführung wird kurzfristiges Handeln (hoffentlich) nicht als Lösung herangezogen.

Unternehmen, welche heute Wissensträger entlassen (“die Krise zwingt uns dazu”) und diese dann in einem halben Jahr wieder einstellen (gibt es wirklich!), haben Nachhaltigkeit und intelligentes Management nicht verstanden.

Die Krise hat viele Leute sehr hart getroffen und wird dies sicher noch tun. Und ich halte die Daumen, dass es nicht mehr viele Menschen sein werden, die diese Auswirkungen zu spüren bekommen, aber eines muss uns immer bewusst sein:

Krisen passieren und die meisten davon können wir nicht beeinflussen … wir können aber beeinflussen WIE wir reagieren.

Sei dies jetzt im kleinen, privaten Kreis oder in einer Managementfunktion.

Einschnitte sind sehr hart, aber Vertrauen und Stärke dürfen nicht durch unintelligentes Optimieren aufs Spiel gesetzt werden.