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20 Social Media Ratings, um gut schlafen zu können

May 4th, 2010 5 comments

Focus

Hat man einmal den Weg in den Social Media Dschungel gewagt, stellt sich recht schnell die Frage, welche Tools, welche Filter und welche Monitoringmöglichkeiten es gibt und, vor allem, welche Sinn machen.

Natürlich ist jede Auflistung in diesem Bereich von der subjektiven Wahrnehmung geprägt. Aber dies ist auch in einem Bereich ohne normierte Vergleichswährung erlaubt. Was hier herangezogen wird, ist eine der wichtigsten Kriterien, auch welche ich zurückgreifen kann – meine Erfahrung aus den Bereichen Web2.0, Social Media und nachhaltiger Kommunikationsstrategie, verbunden mit dem Feedback und den Erkenntnissen aus vielen Kundenprojekten.

Um die Notwendigkeit des Monitorings im Web zu untermauern, möchte ich den Vergleich mit dem TV heranziehen. Nein, es wird jetzt keine Auflistung, was das TV und das iNet gemeinsam haben – es geht um deren Bewertungsmechanismen, welche für zukünftige Investitionen herangezogen werden.

TV Inhalte werden nach 3 Erfolgskriterien gemessen:

  1. aussergewöhnliche Inhalte (egal ob Komödien, Dramen, Dokumentationen, Thriller, etc.)
  2. Erfolgreiche Verbreitung der Inhalte per Radio, TV oder anderer Kanäle, welche große Consumerzahlen ansprechen.
  3. Wie sehr ziehen die Inhalte Werber und Sponsoren an und schaffen dadurch Gewinn für die Betreiber?

TV Inhalte gehen Hand in Hand mit deren Bewertungen, angefangen bei den Zusehern bis hin zu der dadurch entstandenen Marktpenetration.

Und was für konsumierte Inhalte, a la TV gilt, ist auch auf Social Media Marketing umzulegen.

Taraaa … daher hier eine Auflistung einiger Ratings, welche für Social Media Channels in Betracht gezogen werden sollten:

Blog

Bei Blogs, eine der Königsdisziplinen – wenn nachhaltig und aktiv betrieben – des Reputation Managements liegt der Fokus auf folgenden Punkte

  • unique Besucher pro Monat
  • Anzahl der gelesenen Posts
  • RSS Subscribers
  • Email Subscribers
  • Unabhängige Blogratings
  • Anzahl der Kommentare
  • wer kommentiert? Unterschied zwischen großen und kleinen Fischen im Teich vorher definieren und bei Bedarf nachjustieren
  • Links
  • Zeit, welche Besucher auf der Site verbringen

Facebook

  • Anzahl der Fans – bei Fanpages!
  • Qualität der Fans
  • Kommentare

Twitter

  • Anzahl der Follower – ohne Zuhilfenahme durch Follower Generierungtools!
  • Auf wie vielen Listen ist man vertreten?
  • Wie oft die eigenen Tweets reTweeted werden
  • Anzahl der Direct Messages – ohne SPAM :-)
  • Rating auf Klout – Service, zur Messung des Einflusses

YouTube

  • Anzahl der Views
  • Anzahl der Channel Subscriber
  • Anzahl der Kommentare – ohne SPAM natürlich

Und schlussendlich geht es bei dem Ganzen um die Schaffung von Begeisterung und Identifikation - Schaffen Sie es, dass Ihre Besucher Ihren Content wie verrückt auf Twitter oder Facebook weiterverbreiten? Wird Ihr Blog zitiert oder darauf verwiesen? Schreiben Sie User an, dass Sie es kaum aushalten, bis es wieder Neuigkeiten gibt?

Falls ja, dann sehen Sie die obere Liste nur als Ergänzung und schlafen Sie gut auf Ihren Lorbeeren.

Wer hat die dümmeren Twitter Follower?

May 2nd, 2010 2 comments

Intelligenz

Ich natürlich (oder doch nicht?)

Es musste so kommen.

Nach diversen Vergleichen im Internet, welche die eigene Wichtigkeit hervorheben sollen, gibt es nun auch die Möglichkeit, mit dem Intelligenzgrad der “wahren Freunde” (ich nenne diese Twitter Follower) die eigene Reputation aufzubessern.

Stupid Fight zeigt uns, was wir schon immer wissen wollten – sind meine Follower intelligenter als deine?

Der Selbstversuch (Sorry Niko, Sorry Luca)

Mahlo vs NikoAlmMahlo vs Luca

Einmal gewinnt man, einmal verliert man.

  • Welche sind nun die Kriterien dieses Vergleichs? Keine Ahnung.
  • Ist es in irgendeiner Art und Weise relevant für unsere Fortpflanzung? Nope, sicher nicht.
  • und wozu ist es nun nützlich? für nichts, genau gar nichts.

Aber lustig ist es und bitte … ja nicht ernst nehmen, denn laut eigener Aussage des Erfinders, Tom Scott:

This was coded in a few hours’ frenzy after getting the idea

Und eines noch … unsere Freunde werden natürlich auch immer intelligenter, daher sorgt der eine oder andere Vergleich nach einigen Wochen sicher wieder für richtig guten Gesprächsstoff.

warum der EURO im digitalen & sozialen Informationssystem an Wert verliert

March 8th, 2010 No comments

Tausche meine täglichen Rituale gegen XX,- EUR
(hier bitte beliebigen Geldbetrag einsetzen)

Gmail, Youtube, Facebook, Twitter, etc. – vor vielen Jahren noch waren diese Begriffe in die Geek-Schublade zu stecken und wurden oft belächelt (ok, Gmail hat von Anfang an Sinn gemacht).

Heute, im Jahre 2010, sind diese ehemaligen “Tech-Spielzeuge” ein Begriff unseres Alltages geworden. Ein Alltag, in dem wir unsere Informationsflut mit diesen Tools managen. Sei es jetzt, um diese zu filtern, diese auszuwerten oder einfach um selbst Content zu erstellen oder einfach welchen zu konsumieren. Und manchmal verleiten uns diese Tools, etwas “mehr” bekannt zu geben.

Bevor jemand die Nase rümpft. Nein, ich stelle Google, Facebook, etc. nicht Luzifer gleich. Jeder mündige Mensch muss selbst wissen, was er oder sie tut, wenn alle Welt auf riesigen, vernetzten Pinnwänden, deren Tagesablauf nachvollziehen kann.

Ich selbst bin Content Producer. Ich produziere Content wie z.B. Beiträge auf diesem Blog, aber ich gebe auch vieles aus meinem Privatleben bekannt. Wer mich auf Facebook oder Twitter als “Freund” hat (oder wie ich sie nenne, die “wahren” Freunde :-) ), wird wissen, dass ich in manchen Bereichen sehr transparent bin.

Aber Transparenz ist nun mal nicht gleich Transparenz und darüber sollten wir alle nachdenken.

Ein Gedankenexperiment:

Stellen Sie sich ein Wohnhaus vor, in welchem alle Wohnungen durch gleich-dicke Mauern getrennt sind.

Die meisten Parteien im Haus kennen sich durchs Sehen, vielleicht über die letzte Mieterversammlung oder einfach, weil sie auch mal miteinander geredet haben (soll es ja angeblich noch geben).

All diese Menschen habe gegenüber den anderen Parteien eine eigene Meinung. Sei es, dass diese eben durchs Sehen oder durch Gespräche entstanden ist. Es gibt aber bekanntlich auch noch die Meinungsbildung mithilfe von Dritten.

Damit meine ich grob gesagt die Hausmeisterstories, welche einfach zu jedem Wohnhaus gehören:

  • “Du … hast scho g’hört … der Meier und sei Frau haben scho wieder Krach wegen der Tochter. Irgendwas mit derem ihrem Freund.”
  • “Also, der Meier hat ja derzeit ka Glück. Job verloren, Freundin schwanger, die Frau in Thailand um sich selbst zu finden. Armer Bua.”
  • “I red ja net hinterm Rücken von de Leut’, awa der Meier hat, glaub i, irgendwas mit der einen von der 16-er Stiege.”

Wer diese Gerüchteverstärker nicht kennt, der kommt entweder aus Island, hat noch nie Kaisermühlen Blues gesehen und weiß auch nicht, was am Opernball auf höchstem Niveau abgeht.

Für alle anderen Leser werden diese Konversationen sehr bekannt sein.

Wir alles wissen, dass über uns geredet wird. Und zumeist wollen wir dies nicht, da es in diesem Rahmen sehr oft mit Neid, Schadenfreude, aber auch mit Rufschädigung zu tun hat.

Wenn Sie in solch einem Wohnhaus leben, ist es Ihnen persönlich lieber, dass alle Welt (in diesem Falle, alle Nachbarn) weiß, was sie tun, mit wem sie es tun, wer irgendwo eine Rolle spielt und was vielleicht irgendwann mal vorgefallen ist? Wohl eher weniger.

Jetzt stellen sie sich vor, der Hausvermieter kann all ihre Aktivitäten nachvollziehen. Sei es, weil sie selbst bekannt geben was sie tun, wann sie jetzt genau einkaufen gehen, etc. oder weil er es einfach von ihren Bekannten im Haus hat.

Informationen, welche sie selbst im Haus freigeben, ergänzt mit Informationen von den Personen in ihrer direkten Umgebung, ergeben dann irgendwann mal ein richtig schönes Muster ihres Lebensstiles.

Und wenn man dann auch noch der Hausvermieter ist und von allen Mietern diese Informationen hat … tja … dann hat man den Ablauf eines lebenden Organismus vor sich. Der Ablauf, der nach genauer Betrachtung Muster aufwirft und damit beiträgt, Aktionen vorauszusagen. Z.B. Stromanbieter wechseln.

Banales Beispiel: wenn in dem Haus 100 Parteien leben und der Vermieter immer davon Wind bekommt, wer gerade wann wäscht und auch mitbekommt, wann die meisten elektrischen Geräte benutzt werden, dann kann er diese Informationen über das “Kundenverhalten” in Geld ummünzen.

Jetzt zoomen wir viele Jahre in die Zukunft und sagen mal, das Brother Google, Facebook und Konsorten nicht nur mehr Web-”Buden” sind, sondern, z.B. auch Stromlieferanten geworden sind. Mit diesen transparenten Informationen über ihr Verhalten und ihren Nutzungsbedarf wäre es eine sehr leichte Übung, ihrer kompletten Wohnhaussiedlung den richtigen Tarif anzubieten. Komischerweise ein Package, welches genau auf die Bedürfnisse von mehr als 75% des Hauses abgestimmt ist.

Gedankenexperiment-Ende!

Und jetzt ersetzen sie den Hausvermieter durch Mama Facebook – sie sehen, ihre Daten, welche zur Darstellung eines Massennutzungsverhaltens beitragen, sind dicke EUR wert.

Nicht EUR ist hier die vorrangige Währung, welche zählt – es ist ihre Privacy.

PS: Google hat jetzt “zufällig” auch eine Lizenz, um als Stromerzeuger und -anbieter auftreten zu dürfen :-)

Schnitzeljagd 2.0, oder wie ich meine Kunden dazu bringe für mich zu laufen

March 6th, 2010 13 comments

Wer schon einmal Gowalla oder Foursquare angetestet hat, wird wahrscheinlich genauso reagiert haben wie bei der Entjungferung durch Twitter:

Wozu brauch ich das?

Und genauso wie bei Twitter und Konsorten finden sich immer mehr Personen, welche bei der digitalen Schatzsuche mitmachen. Übrigens manchmal wirklich sehr kurzweilig, wen man gerade nichts anderes zu tun hat – eben so wie Twitter für Privatpersonen :-)

Go…WHAT?

Das Prinzip hinter Gowalla und Foursquare ist schnell erklärt (Danke an Erik Schimmel):

Gowalla ist ein virtuelles Geo-Caching Spiel für das iPhone und Android-Smartphones. Ziel von Gowalla ist es, die allgemeinen und besonderen Orte des täglichen Lebens zu besuchen, in Gowalla anzulegen und mit seinen Freunden und Bekannten zu teilen. An diesen Orten findest du hin und wieder verschiedene Gegenstände, die du sammeln, tauschen oder wieder ablegen kannst.

Die etwas längere Erklärung, bzw. ein hervorragendes Handbuch zu Gowalla gibt es ebenfalls im Blog von Erik Schimmel.

50 Cent, Sprachgesangskünstler aus den USA, in seiner Jugend Opfer der Gesellschaft (daher dann logischerweise Drogendealer) und Besitzer von 9 Einschusslöchern am Körper sagte mal treffend:

Make money or die tryin’

Übersetzt etwa: Mach richtig viel Schotter oder stirb bei dem Versuch.

Münzen wir das jetzt um auf das Web, Social Media und unseren Spieltrieb:

Let’s make money & have fun or die runnin’ for it

Zusätzlich zu unserer schon vorhandenen digitalen Nacktheit kommt bei diesen neuen Geo-Caching Games also noch hinzu, dass einfach jeder weiß wo wir sind – sonst können/dürfen wir nicht mitspielen. Gezwungen wird niemand :-)

Bei Gowalla gibt es dann noch diesen einen kleinen feinen Zusatz, der es jedem User ermöglicht eigene Trips zu erstellen. Ein solcher Trip könnte z.B. eine Marathon auf der Mariahilferstraße sein, dessen Ziel es ist, bei verschiedenen Checkpoints in der richtigen Reihenfolge einzuchecken. Als Belohnung gibt es natürlich digitale Anerkennung / Preise.

Der menschliche Spieltrieb ist eines der interessantesten Fachbereiche dieser Welt und zaubert mir selbst immer wieder ein “Aha” aufs Gesicht. Jung oder Alt, das ist bei dem “richtigen Spiel” total egal – Messlatte ist der Unterhaltungswert.

Wer sind die Gowalla Spieler?

Jeder kann mitspielen, ABER nur mit einem Device a la iPhone oder Android-inside macht es Sinn, bzw. ist möglich.

Sehen wir uns diese Klientel an:

Ein iPhone kostet ein Schweinegeld, ist aber cool. Grund genug für viele Menschen, sich eines zuzulegen. Hier überwiegt ganz klar der Trend zum Neuen und zum Ästhetischen. User in dieser Geräteklasse haben Geld. Punkt – oder sie priorisieren ihre Ausgaben halt ganz speziell :-)

Meiner Meinung nach sollte jedes Unternehmen mit mehr als einem Standort genau diese neue Spielart und das Verhalten der Nutzer nutzen, um ein bisschen Werbung in eigener Sache zu machen – und zwar wie folgt (Bsp. anhand von Gowalla):

  1. einen Trip erstellen, welcher die eigenen Niederlassungen abdeckt und eventuell auch Partnerunternehmen mit ins Boot holt.
  2. Damit eine Aufgabe verbinden, welche einen Aktion des Users voraussetzt (z.B. an jeder Niederlassung von McDonalds einchecken;
    der erste an jedem Checkpoint bekommt ein Codewort und postet dieses sofort über seine Gowalla-App. Somit ist auch immer garantiert, dass der erste seine Anerkennung und die damit verbunden Bonuspunkte erhält.)
  3. Die Schnitzeljagd zeitlich vorgeben und damit eine höhere Teilnehmerzahl generieren.
  4. Ziel des Games ist natürlich das HQ des Unternehmens, bzw. ein anderer markanter Punkt, bei dem dann alle Spieler zusammenkommen inkl. Preisverleihung, etc.
  5. Mitspieler darüber twittern und bloggen lassen und sich daran erfreuen, wie zuerst einige Early Adopters und dann der Rest bei einer Schnitzeljagd mitmachen & die eigene Marke ins Gespräch bringen.

Und wir wissen selbst wie gern wir spielen :-)

PS: also liebe Social Media-, Werbegurus und Freunde der Unterhaltung … bitte in Zukunft nicht vergessen – Kunden lieben laufen nicht erst seit es Adidas gibt.

Reißerische Social Media Jobtitel und die Kunst zu lernen

September 24th, 2009 4 comments

Der Pate uncensored

Retrospektiven soll unter anderem als Plattform dienen, um die österreichische Social Media Szene vorzustellen und ein bisschen hinter die Kulissen zu blicken.

Begonnen habe ich damit vor einigen Tagen mit dem Posting Social Media made in Austria – Asterix gegen den Rest der Welt.

Social Media ist, und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine, in vielen Bereichen noch totales Neuland. Da ist es auch egal, wie lange es schon Personen gibt, welche in diesem Bereich arbeiten und forschen. Auf die Masse umgelegt, ist Social Media immer noch ein Hypethema. Und Hypethemen haben immer Vor- und Nachteile. Darueber lasse ich aber lieber andere diskutieren :-)

Social Media ist in vielerlei Hinsicht auch manchmal ein Glaubenskrieg a la “Linux”. Was ich damit meine ist, dass es auch hier Puristen gibt, welche zwischen “echten” Social Media Kennern” und “Fake-Gurus unterscheiden. Dieser Ansatz einer Themenbehandlung ist aber nicht mein Weg, weshalb ich mich auch nicht auf die eine odere andere Seite schlage.

Für mich persoenlich gilt es, Social Media, Mundart-tauglich zu machen. Es hat allen Grund ein Hypethema zu sein, jedoch macht der Nachhaltigkeitsansatz aus Social Media mehr als nur eine Eintagesfliege. Niemand kann dies besser erklaeren als die deutsche Band “Wir sind Helden” mit ihre Song “gekommen um zu bleiben” :-)

Nach meinem ersten Blogposting zu Social Media in Austria, begann das Thema etwas zu polarisieren, da ich gerne Begriffe verwende, welche auf den Punkt bringen, wie ich Dinge sehe.

Hier ein Beispiel aus meinem Blogpost:

Ritchie Pettauer, von mir auch gerne der Godfather of Social Media genannt, …

Das Glanzstück seiner bisherigen Videointerview-Serie bildet die Interviewreihe mit Guy Kawasaki, dem zweiten Paten der Social Media Szene :-)

Motiviert durch diesen Absatz, bekam ich zugleich Feedback (ich liebe Feedback):

Leyrer_1

Es geht darum, dass ich Guy Kawasaki als Paten der Social Media Szene beschrieben habe. Guy gibt selbst zu, dass auf seinem populärsten Kanal einer seiner Mitarbeiter twittert. Dies hat den einfachen Grund, dass es viel Content gibt, er aber einfach nicht genug Zeit hat, in diesem Ausmass zu twittern. Verständlich bei einer Person, die teilweise mehr im Flugzeug sitzt, als am Bürosessel.

GuyKawasaki5Guy führt aber auch einen anderen Twitter-Kanal, auf dem er wirklich selbst twittert.

Warum ist Guy Kawasaki jetzt ein Pate im Bereich Social Media? Einfach weil es viele Menschen gibt, welche auf seinen Rat hören und die durch seine Ratschläge selbst motiviert wurden, sich den Bereich Social Media anzusehen. Viele dieser Personen hätten wahrscheinlich etwas länger gebraucht um einer Stimme zuzuhören, welche über Social Media redet. Guy ist aufgrund seiner Vita angesehen, wird respektiert und ihm hört man zu, wenn er redet.

Die Rolle eines Leaders ist oft auch nur abgedeckt, wenn man in die richtige Richtung zeigt und führt. Ob man jetzt jemanden für sich twittern lässt mag Puristen ungelegen kommen, aber wenn es der Sache dient, dann geht das schon mal in Ordnung.

Aus Fehlern lernen will auch gelernt sein

Auch eine weitere Äußerung meinerseits bezüglich österreichischer Social Media Helden bekamen einige in den falschen Hals, wie ich zur Kenntniss genommen habe. Es geht hier um das Verständnis fuer Helden.

Leyrer_2_jpg

Gemeint ist hier eine Blogplattform, welche 2005 von Knallgrau fuer das Kundenportal der Telekom Austria konzipiert und implementiert wurde.

Und wo man hobelt, da fallen auch mal Spähne, wie man so schön sagt und so kam es, dass die Telekom Austria Jahre danach den einen oder anderen Service einstellte. Unter anderem auch die besagte Blogplattform.

Sei es, weil der Service zu früh am Markt erschienen ist oder weil politische Entscheidungen hier ein Wörtchen mitgeredet haben. Das spielt keine Rolle und ich kenne diese Hintergründe auch nicht.

Was zählt ist einzig die Tatsache, dass Knallgrau und Telekom Austria zu diesem Zeitpunkt ein Projekt gestartet haben, welches damals im Telco Bereich einzigartig war.

Solche Projekte waren es, welche den Weg aufbereitet haben, damit aktuelle und internationale Kampagnen ueberhaupt entstehen können (irgendwer muss ja den ersten Schritt machen).

Biblisch formuliert könnte man sagen:

“Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.”

(Johannes 8,7)

Dieses Bibelzitat bezieht sich zwar auf Ehegeschichten … aber ist Social Media und die neue Macht des Kunden nicht auch eine Art Patchwork-Familie und damit ein neuer Stil einer Ehe? ;-)

superheldenWas sind Helden? Natürlich, Superman, Batman und wie sie alle heißen, konnten jeder etwas ganz außergewoehnliches und retteten damit die Welt im Stundentakt. Aber wir leben nun mal nicht in einer Welt mit übernatürlichen Superhelden (auch wenn dies einige Politiker von sich behaupten :-) )

Batman und Superman wurden mit den Superhelden-Fähigkeiten und/oder dem nötigen Kleingeld geboren.

Beides Eigenschaften, die Knallgrau am Anfang der Gruendung sicher nicht hatte.

Stellen Sie sich vor … es ist um 1997 … die Menschheit kennt Computer und Internet. Auch die Eltern beginnen langsam zu begreifen, dass das Computerkistl so falsch nicht sein kann, wenn es ja schon EDV-Unterricht gibt :-)

Und dann, Mitten im kleinen und feinen Österreich gehen 3 junge Maenner, beherzt von der Idee des Social Media Gedankens, her und gründen eine Firma, deren Inhalte New Media und Social Media sind. Begriffe, die damals bei einigen Kunden wahrscheinlich die selben Ängste hervorgerufen haben, wie wenn heute jemand über Scientology spricht.

Was passiert, wenn man Pionierarbeit leistet? Genau, man hat keine Best Practice Beispiele und schon gar keine Basis, auf der man aufbauen kann. Daher ist auch jeder Schritt, der für einen Kunden ein Projekt bedeutet, auch gleichzeitig eine Art continuous learning.

Und zwar die Art des Lernens, welche durch Fehler zur größtmöglichen Steigerung der Lernkurve führt.

Viele Fehler machen, diese aber früh machen

… ist in vielen (neuen) Bereichen meist die Einstellung, welche zukünftige Wissensträger von Eintagsfliegen unterscheidet.

Ein Blick über den großen Teich zeigt ganz klar, wer langfristig erfolgreich ist … Personen und Unternehmen, welche sich trauen und Fehler als Chance sehen.

Doch … es muss eben nicht immer über den großen Teich geblickt werden. Auch in unseren Breitengraden brodelt es :-)

Helden eben :-)

Stay tuned!

Paradigmenwechsel zwischen digitalen Zeitzeugen und standfesten Marketeers

September 8th, 2009 1 comment

Ich weiss … ich blogge viel zu selten und ich finde selbst, dass es eine richtige Frechheit von mir war, eine kleine Umfrage zu starten, worueber ich denn bloggen soll. Und dann lasse ich mir beinhart mehrere Wochen Zeit mit dem Posting. Asche ueber mein Haupt! Mea culpa.

So, jetzt wo das geklaert ist :-) zurueck zum eigentlichen Thema.

sprung

Ich hatte auf Doodle gefragt, worueber meine Leser am liebsten lesen wuerden.

Zur Auswahl standen folgende Themen:

  • Information Worker und die Cloud (Arbeiten mit den Tools aus dem Browser)
  • Paradigmenwechsel und Beobachtungen zwischen digitalen Zeitzeugen und standfesten Marketeers

Gewonnen hat das zweite Thema mit einem Torverhaeltnis von 20:17 :-)

Ich hatte das Glueck und die Ehre, Gewinner der Eintrittskarten fuer das Werbeplanungssummit zu sein.

wpsummitheader

Dem ging natuerlich eine harte Gewinnspielschlacht voraus, bei dem Blog-Comments und Tweets zum Sieg beitragen konnten.

Gewinnerblogeintrag

Initiiert wurde das Ganze von niemand geringerem als Ritchie Pettauer, dem Godfather of Social Media :-)

Das Werbeplanungssummit war ein 2-Tage Kongress zum Thema Digitales Marketing in Oesterreich und damit eines der am meist erwarteten Events in der Werbe- und Medienlandschaft.

Fuer mich war die Schnittstellenbehandlung zwischen standfesten Marketingprofis und deren Zugang zu den heute aktiven digitalen Zeitzeugen extrem interessant. Mit digitalen Zeitzeugen meine ich grob zusammengefasst die “neue” Generation der Mediennutzer, welche erst verstanden werden muss und die Mediennutzung komplett auf den Kopf gestellt hat.

Genau die seltsame Sorte von Kunden, welche Google als das Lexikon schlechthin sehen, ueber das Leben twittern und bei Gefahr in Verzug ihren Facebook Status aktualisieren. Etwas ueberzogen diese Beschreibung, aber was ist heute schon normal im digitalen Zeitalter ohne jegliche Definitionen? :-)

Fuer mich als Person aus der Generation, welche die “alte” (Medien-)Welt miterlebt hat und die neue (ich nenne sie gerne auch “erweiterte”) Sichtweise auch taeglich mitpraegt (Kunde = Produzent) war das Werbeplanungssummit recht ernuechternd.

Ich bin einfach mal so frei und behaupte, dass vergangene Erfahrung und damit verbundene Erfolge in der bisherigen Art des Marketing und der Zielgruppenwerbung niemanden darin qualifizieren, fuer die heutigen Kunden gewappnet zu sein. Hier trifft es wirklich zu, dass bisherige Erfolge blind machen koennen.

Auch wenn ich jetzt den Zorn der einen oder anderen grauen Eminenz der Werbelandschaft auf mich ziehe … ich finde, es ist etwa so wie der Vergleich mit Birnen und Aepfeln, wenn wir in der Volksschule rechnen lernen. Ungleiches vertraegt sich manchmal absolut nicht und schon gar nicht, wenn es um Nachhaltigkeit und Best Practice geht.

Etwas wirr was ich schreibe, aber ich moechte es mal so erklaeren: In den meisten Sessions, welche Interaktion mit der digitalen Welt versprachen, war einfach zu oft zu sehen, dass z.B. Bannerwerbung immer noch als Zugangsmittel zur digitalen Generation gesehen wurde.

Auch hoerte man immer oefter, dass “Unternehmen xy jetzt ja auch eine Facebook-Fanpage hat” und damit die Kunden total verstanden hat.

Vergessen wurde, dass Social Media … unangeachtet all der Plattformen a la Facebook, Twitter, etc. genau ein einziges Thema zum Inhalt hat. Nachhaltiger Dialog ist hier das Um und Auf der Thematik. Facebook und Konsorten sind TOOLS!!!! Heute ist es Twitter und morgen eine andere Plattform.

Eine SocialMedia Strategie sollte nicht nur, sie muss auch unabhaengig von den derzeitigen Plattformen Sinn machen und ein Ebene darueber ansetzen.

Ich habe am Werbeplanungssummit schlichtweg die richtigen Fragen vermisst. Fragen nach dem WARUM und dem WESHALB haetten Sinn gemacht. Viel zu viel wurde immer nur ueber das WIE geredet und ueber direkte Umsetzungen, von langfristigen Strategien war einfach zu wenig zu hoeren.

Positiv ueberrascht hat mich hier aber OE3 … der Sender, dem die Oesterreicher und -Innen vertrauen :-)

OE3 setzt auf SocialMedia und hat die nachhaltige Kommunikation dahinter insoweit verstanden, dass man diese Investition als eine langfristige sieht, welche nicht direkt und schon gar nicht schnell in Umsatzzahlen zu sehen ist.

Das Werbeplanungssummit an sich war aber eine hervorragende Veranstaltung und fuer Personen in der Medien- und Werbebranche auf jeden Fall ein must. Auch fuer mich hat es neue Perspektiven hervorgebracht. Umso mehr schaue ich in die Zukunft und freue mich auf das naechste WPSummit und die Ideen und Konzepte, welche seit dem ersten WPSummit entwickelt wurden.

Oesterreich ist im Bereich NewMedia, SocialWeb und Web2.0 teilweise ein Entwicklungsland und gerade deshalb ein guter Boden fuer Aufklaerungsarbeit und neue Unternehmer :-)

Als Gewinner der Karten wurde ich an einem echt heissen Sommertag vor den Toren der Nationalbibliothek interviewed (sichtlich geschafft von der Hitze und der guten Belueftung :-) ) und befand mich in bester Gesellschaft, da auch Armin Wolf an diesem Tag von Ritchie interviewed wurde. Uebrigens war Armin Wolfs Keynote ein sehr guter Start in den Event, da dies die zeitgemaesse Verschmelzung von Old Media und New Media aus der Praxis spiegelte.

Das WPSummit hat hier mit dieser Veranstaltung Pionierarbeit geleistet und hoffentlich eine breite Diskussion gestartet, welche durch intelligentes Lernen und Probieren (aber auch dem Zulassen von Fehlern) bald Fruechte tragen wird.

Hier gehts zu den Fotos vom WPSummit und zum Interview mit Armin Wolf.

Bis naechstes Jahr beim Werbeplanungssummit!

Spielend kommunizieren

July 18th, 2009 No comments

Heute schon gepoked?

Nein? Kein Grund rot zu werden. Was sich auf den ersten Blick etwas schlüpfrig anhoert, ist einem neuen Gadget zu verdanken … dem Poken, zu welchem ich vor wenigen Tagen vom Kurier interviewed wurde (zum Kurierartikel zum Thema Poken mit Ali Mahlodji und Jana Herwig).

Poken Interview mit Ali Mahlodji und Jana Herwig im Kurier

Und wer hats erfunden? Genau, die Schweizer! Um genau zu sein die Schweizer Firma Poken S.A., welche unter anderem vor Kurzem bei den TechCrunch Europe Awards 2009 den ersten Preis fuer das beste Real World Device / Gadget gewann.

Um es auf den Punkt zu bringen:

PokenPoken sind digitale Visitenkarten. Und das wortwoertlich.

In einer Zeit, in der immer mehr SocialWeb Plattformen (Twitter, Facebook, XING, etc.) den Lebensalltag begleiten und wir auch immer oefter Zeit auf diesen verbringen, hilft uns der Poken, bei Neukontaktaufnahme, all unsere digitalen Identitaeten auszutauschen.

Einfach zwei Poken, bzw. deren Riesenhaende, aneinander halten (“high four”) und schon sind die digitalen Identitaeten ausgetauscht. Ein gruenes Aufleuchten zeigt an, ob der Austausch korrekt passiert ist.

Zur Zeit werden knapp 30 SocialWeb Plattformen unterstuetzt und es ist moeglich 64 Kontakte auf einem Poken zu speichern. Dies stellt insofern kein Problem dar, da bei einem vollen Poken einfach der 1. Eintrag ueberschrieben wird.

Wenn man also seinen Poken immer rechtzeitig mit dem eigenen PC (natuerlich auch Mac) verbindet, kann man recht risikofrei poken, da die Daten der neuen Poken-Freunde jedes Mal auf den Poken-Server uebertragen werden und dort gespeichert werden.

Fuer die Personen, welche zum Poken aufgefordert werden, aber ihre Daten nicht weitergeben moechten, gibt es den Ghost-Mode.

Hierfuer muss man nur kurz vor dem Kontaktaustausch den runden Kreis in der Hand des Poken 2x druecken und schon wird ein Ausweichprofil uebertragen.

Dieses Ausweichprofil kann man entweder selbst “neu zusammenstellen” oder der Poken uebertraegt einfach ein Profil, bei dem kein Bild und auch sonst keine Daten uebertragen werden. Einzig und allein die ID des Pokens wird uebertragen.

die technische Erklaerung:

Poken PersonalisierungWenn man einen Poken erhaelt, sollte man als aller erster die eigenen Daten eintragen, bzw. den eigenen Poken personalisieren.

Hier ist das Beispiel meiner ersten Identiaet, welche ich konfiguriert habe und welche auch als Standard uebertragen wird.

Genauso ist es auch moeglich eine 2. Identitaet einzurichten, welche z.B. eher private Daten enthaelt, und immer dann ausgetauscht werden soll, wenn man die Innenflaeche des Pokens 2x drueckt.

Beim Austausch werden nur die ID’s der einzelnen Poken ausgetauscht.

Beim Einstecken des Pokens in den PC/Mac (per USB) wird Kontakt mit der offiziellen Poken Seite hergestellt und, basierend auf den empfangenden ID’s, welche am Poken gespeichert sind, werden die hinterlegten Daten vom Server abgerufen.

Wer jetzt wegen seiner Sicherheit Angst hat, dem sei zu sagen, dass am Server KEINE PASSWOERTER zu den SocialMedia Profilen gespeichert werden. Es ist nur der Link zum jeweiligen Profil vorhanden.

und wie fange ich an?

Nicht verzagen, sondern eine der folgenden Moeglichkeiten nutzen :-)

wie sieht die Poken & Blog Szene aus?

Hierfuer lasse ich die schoensten Bilder und Szenen des letzten Blogtail fuer sich sprechen:

Wir sehen uns, spaetestens beim naechsten Blogtail :-)