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warum der EURO im digitalen & sozialen Informationssystem an Wert verliert

March 8th, 2010 No comments

Tausche meine täglichen Rituale gegen XX,- EUR
(hier bitte beliebigen Geldbetrag einsetzen)

Gmail, Youtube, Facebook, Twitter, etc. – vor vielen Jahren noch waren diese Begriffe in die Geek-Schublade zu stecken und wurden oft belächelt (ok, Gmail hat von Anfang an Sinn gemacht).

Heute, im Jahre 2010, sind diese ehemaligen “Tech-Spielzeuge” ein Begriff unseres Alltages geworden. Ein Alltag, in dem wir unsere Informationsflut mit diesen Tools managen. Sei es jetzt, um diese zu filtern, diese auszuwerten oder einfach um selbst Content zu erstellen oder einfach welchen zu konsumieren. Und manchmal verleiten uns diese Tools, etwas “mehr” bekannt zu geben.

Bevor jemand die Nase rümpft. Nein, ich stelle Google, Facebook, etc. nicht Luzifer gleich. Jeder mündige Mensch muss selbst wissen, was er oder sie tut, wenn alle Welt auf riesigen, vernetzten Pinnwänden, deren Tagesablauf nachvollziehen kann.

Ich selbst bin Content Producer. Ich produziere Content wie z.B. Beiträge auf diesem Blog, aber ich gebe auch vieles aus meinem Privatleben bekannt. Wer mich auf Facebook oder Twitter als “Freund” hat (oder wie ich sie nenne, die “wahren” Freunde :-) ), wird wissen, dass ich in manchen Bereichen sehr transparent bin.

Aber Transparenz ist nun mal nicht gleich Transparenz und darüber sollten wir alle nachdenken.

Ein Gedankenexperiment:

Stellen Sie sich ein Wohnhaus vor, in welchem alle Wohnungen durch gleich-dicke Mauern getrennt sind.

Die meisten Parteien im Haus kennen sich durchs Sehen, vielleicht über die letzte Mieterversammlung oder einfach, weil sie auch mal miteinander geredet haben (soll es ja angeblich noch geben).

All diese Menschen habe gegenüber den anderen Parteien eine eigene Meinung. Sei es, dass diese eben durchs Sehen oder durch Gespräche entstanden ist. Es gibt aber bekanntlich auch noch die Meinungsbildung mithilfe von Dritten.

Damit meine ich grob gesagt die Hausmeisterstories, welche einfach zu jedem Wohnhaus gehören:

  • “Du … hast scho g’hört … der Meier und sei Frau haben scho wieder Krach wegen der Tochter. Irgendwas mit derem ihrem Freund.”
  • “Also, der Meier hat ja derzeit ka Glück. Job verloren, Freundin schwanger, die Frau in Thailand um sich selbst zu finden. Armer Bua.”
  • “I red ja net hinterm Rücken von de Leut’, awa der Meier hat, glaub i, irgendwas mit der einen von der 16-er Stiege.”

Wer diese Gerüchteverstärker nicht kennt, der kommt entweder aus Island, hat noch nie Kaisermühlen Blues gesehen und weiß auch nicht, was am Opernball auf höchstem Niveau abgeht.

Für alle anderen Leser werden diese Konversationen sehr bekannt sein.

Wir alles wissen, dass über uns geredet wird. Und zumeist wollen wir dies nicht, da es in diesem Rahmen sehr oft mit Neid, Schadenfreude, aber auch mit Rufschädigung zu tun hat.

Wenn Sie in solch einem Wohnhaus leben, ist es Ihnen persönlich lieber, dass alle Welt (in diesem Falle, alle Nachbarn) weiß, was sie tun, mit wem sie es tun, wer irgendwo eine Rolle spielt und was vielleicht irgendwann mal vorgefallen ist? Wohl eher weniger.

Jetzt stellen sie sich vor, der Hausvermieter kann all ihre Aktivitäten nachvollziehen. Sei es, weil sie selbst bekannt geben was sie tun, wann sie jetzt genau einkaufen gehen, etc. oder weil er es einfach von ihren Bekannten im Haus hat.

Informationen, welche sie selbst im Haus freigeben, ergänzt mit Informationen von den Personen in ihrer direkten Umgebung, ergeben dann irgendwann mal ein richtig schönes Muster ihres Lebensstiles.

Und wenn man dann auch noch der Hausvermieter ist und von allen Mietern diese Informationen hat … tja … dann hat man den Ablauf eines lebenden Organismus vor sich. Der Ablauf, der nach genauer Betrachtung Muster aufwirft und damit beiträgt, Aktionen vorauszusagen. Z.B. Stromanbieter wechseln.

Banales Beispiel: wenn in dem Haus 100 Parteien leben und der Vermieter immer davon Wind bekommt, wer gerade wann wäscht und auch mitbekommt, wann die meisten elektrischen Geräte benutzt werden, dann kann er diese Informationen über das “Kundenverhalten” in Geld ummünzen.

Jetzt zoomen wir viele Jahre in die Zukunft und sagen mal, das Brother Google, Facebook und Konsorten nicht nur mehr Web-”Buden” sind, sondern, z.B. auch Stromlieferanten geworden sind. Mit diesen transparenten Informationen über ihr Verhalten und ihren Nutzungsbedarf wäre es eine sehr leichte Übung, ihrer kompletten Wohnhaussiedlung den richtigen Tarif anzubieten. Komischerweise ein Package, welches genau auf die Bedürfnisse von mehr als 75% des Hauses abgestimmt ist.

Gedankenexperiment-Ende!

Und jetzt ersetzen sie den Hausvermieter durch Mama Facebook – sie sehen, ihre Daten, welche zur Darstellung eines Massennutzungsverhaltens beitragen, sind dicke EUR wert.

Nicht EUR ist hier die vorrangige Währung, welche zählt – es ist ihre Privacy.

PS: Google hat jetzt “zufällig” auch eine Lizenz, um als Stromerzeuger und -anbieter auftreten zu dürfen :-)

Tunesbag – Musik in der Wolke

September 9th, 2009 No comments

Forscher der University of Cambridge haben herausgefunden, wie andere Menschen  aufgrund ihres Musikgeschmackes von anderen eingestuft werden (hier gehts zum kompletten Bericht).

Auf gut deutsch kann dies bedeuten, dass der eine oder andere von uns ein damaliges Date nur deshalb bekommen hat, weil die Playlist die richtige war :-)

Nichtsdesto trotz stehe ich zu meiner Musik und moechte diese immer bei mir haben. iPod, iPhone und Konsorten sind hierfuer spitze (bitte jetzt keinen Religionskrieg zwischen Apple-Juengern und Windows-Menschen vom Zaun brechen), jedoch arbeite ich an verschiedensten Rechnern (Arbeit, Zuhause, Laptop, Netbook, etc.) und moechte meine Musik in diesem Zusammenhang immer dabei haben.

music

Aufgrund meiner Teilnahme am Werbeplanungssummit im Juli 2009 hatte ich das Vergnuegen, in einem der besten Sessions zum Thema Startups: Little Big Stars, etwas ueber Tunesbag zu erfahren. Tunesbag ist ein Projekt von Hansjoerg Posch, welches den Cloud-Ansatz mit Musik verbindet.

Online Musik speichern und per Player, welcher natuerlich im Browser laeuft und fuer den Anfang schon sehr intuitiv und gut bedienbar ist, einfach auf jedem Browser-faehigen Endgeraet abspielen (eigentlich streamen).

tunesbag

Hoerte sich fuer mich am Anfang etwas zu gut an, doch nach gut 1,5 monatiger Nutzung bin ich hin und weg von Tunesbag.

Einmal Songs geuploaded und schon ist man “nur mehr” von einer g’scheiten Internetverbindung abhaengig :-)

Zwar verwende ich immer noch mein iPhone fuer unterwegs, aber mittlerweile gibt es beim Arbeiten nichts schoeneres fuer mich, als ein Geraet mit Internetzugang und meiner Musik. Etwas uebertrieben, aber es geht schon sehr in Richtung meines Big Pictures, demnach ich komplett Geraete-unabhaengig arbeiten moechte.

In Zeiten von Google Gears denke ich aber, dass die Verschmelzung Online/Offline Nutzung bei Tunesbag nur mehr eine Frage der Zeit ist.

Und hier noch ein Nostalgievideo fuer alle, die wissen … Musik liegt in der Luft :-)