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warum der EURO im digitalen & sozialen Informationssystem an Wert verliert

March 8th, 2010 No comments

Tausche meine täglichen Rituale gegen XX,- EUR
(hier bitte beliebigen Geldbetrag einsetzen)

Gmail, Youtube, Facebook, Twitter, etc. – vor vielen Jahren noch waren diese Begriffe in die Geek-Schublade zu stecken und wurden oft belächelt (ok, Gmail hat von Anfang an Sinn gemacht).

Heute, im Jahre 2010, sind diese ehemaligen “Tech-Spielzeuge” ein Begriff unseres Alltages geworden. Ein Alltag, in dem wir unsere Informationsflut mit diesen Tools managen. Sei es jetzt, um diese zu filtern, diese auszuwerten oder einfach um selbst Content zu erstellen oder einfach welchen zu konsumieren. Und manchmal verleiten uns diese Tools, etwas “mehr” bekannt zu geben.

Bevor jemand die Nase rümpft. Nein, ich stelle Google, Facebook, etc. nicht Luzifer gleich. Jeder mündige Mensch muss selbst wissen, was er oder sie tut, wenn alle Welt auf riesigen, vernetzten Pinnwänden, deren Tagesablauf nachvollziehen kann.

Ich selbst bin Content Producer. Ich produziere Content wie z.B. Beiträge auf diesem Blog, aber ich gebe auch vieles aus meinem Privatleben bekannt. Wer mich auf Facebook oder Twitter als “Freund” hat (oder wie ich sie nenne, die “wahren” Freunde :-) ), wird wissen, dass ich in manchen Bereichen sehr transparent bin.

Aber Transparenz ist nun mal nicht gleich Transparenz und darüber sollten wir alle nachdenken.

Ein Gedankenexperiment:

Stellen Sie sich ein Wohnhaus vor, in welchem alle Wohnungen durch gleich-dicke Mauern getrennt sind.

Die meisten Parteien im Haus kennen sich durchs Sehen, vielleicht über die letzte Mieterversammlung oder einfach, weil sie auch mal miteinander geredet haben (soll es ja angeblich noch geben).

All diese Menschen habe gegenüber den anderen Parteien eine eigene Meinung. Sei es, dass diese eben durchs Sehen oder durch Gespräche entstanden ist. Es gibt aber bekanntlich auch noch die Meinungsbildung mithilfe von Dritten.

Damit meine ich grob gesagt die Hausmeisterstories, welche einfach zu jedem Wohnhaus gehören:

  • “Du … hast scho g’hört … der Meier und sei Frau haben scho wieder Krach wegen der Tochter. Irgendwas mit derem ihrem Freund.”
  • “Also, der Meier hat ja derzeit ka Glück. Job verloren, Freundin schwanger, die Frau in Thailand um sich selbst zu finden. Armer Bua.”
  • “I red ja net hinterm Rücken von de Leut’, awa der Meier hat, glaub i, irgendwas mit der einen von der 16-er Stiege.”

Wer diese Gerüchteverstärker nicht kennt, der kommt entweder aus Island, hat noch nie Kaisermühlen Blues gesehen und weiß auch nicht, was am Opernball auf höchstem Niveau abgeht.

Für alle anderen Leser werden diese Konversationen sehr bekannt sein.

Wir alles wissen, dass über uns geredet wird. Und zumeist wollen wir dies nicht, da es in diesem Rahmen sehr oft mit Neid, Schadenfreude, aber auch mit Rufschädigung zu tun hat.

Wenn Sie in solch einem Wohnhaus leben, ist es Ihnen persönlich lieber, dass alle Welt (in diesem Falle, alle Nachbarn) weiß, was sie tun, mit wem sie es tun, wer irgendwo eine Rolle spielt und was vielleicht irgendwann mal vorgefallen ist? Wohl eher weniger.

Jetzt stellen sie sich vor, der Hausvermieter kann all ihre Aktivitäten nachvollziehen. Sei es, weil sie selbst bekannt geben was sie tun, wann sie jetzt genau einkaufen gehen, etc. oder weil er es einfach von ihren Bekannten im Haus hat.

Informationen, welche sie selbst im Haus freigeben, ergänzt mit Informationen von den Personen in ihrer direkten Umgebung, ergeben dann irgendwann mal ein richtig schönes Muster ihres Lebensstiles.

Und wenn man dann auch noch der Hausvermieter ist und von allen Mietern diese Informationen hat … tja … dann hat man den Ablauf eines lebenden Organismus vor sich. Der Ablauf, der nach genauer Betrachtung Muster aufwirft und damit beiträgt, Aktionen vorauszusagen. Z.B. Stromanbieter wechseln.

Banales Beispiel: wenn in dem Haus 100 Parteien leben und der Vermieter immer davon Wind bekommt, wer gerade wann wäscht und auch mitbekommt, wann die meisten elektrischen Geräte benutzt werden, dann kann er diese Informationen über das “Kundenverhalten” in Geld ummünzen.

Jetzt zoomen wir viele Jahre in die Zukunft und sagen mal, das Brother Google, Facebook und Konsorten nicht nur mehr Web-”Buden” sind, sondern, z.B. auch Stromlieferanten geworden sind. Mit diesen transparenten Informationen über ihr Verhalten und ihren Nutzungsbedarf wäre es eine sehr leichte Übung, ihrer kompletten Wohnhaussiedlung den richtigen Tarif anzubieten. Komischerweise ein Package, welches genau auf die Bedürfnisse von mehr als 75% des Hauses abgestimmt ist.

Gedankenexperiment-Ende!

Und jetzt ersetzen sie den Hausvermieter durch Mama Facebook – sie sehen, ihre Daten, welche zur Darstellung eines Massennutzungsverhaltens beitragen, sind dicke EUR wert.

Nicht EUR ist hier die vorrangige Währung, welche zählt – es ist ihre Privacy.

PS: Google hat jetzt “zufällig” auch eine Lizenz, um als Stromerzeuger und -anbieter auftreten zu dürfen :-)

Ein offener Brief an Alfons Haider

January 25th, 2010 45 comments

haiderdieses Posting bezieht sich auf eine Aussage von Alfons Haider, welche er am 14.01.2010 in der Sendung Willkommen Österreich von sich gegeben hat.

Er sagte, ihm sei es lieber auf seine Optik reduziert zu werden, als auf seine Sexualität (Anmerkung: Alfons Haider ist homosexuell). Nach seinem Outing habe er ein Jahr alle Jobs verloren und sei vom ORF “hinausgeschmissen” worden. Auf Stermanns Frage nach dem Warum antwortete Haider:

“Weil wir in einem verlogenen, verschissenen Land leben”.

Das sei zwar bereits zwölf Jahre her, aber

“es ist heute so: Wir leben heute in einem Land, wo wie in keinem anderen mitteleuropäischen Land – katholisch – so viele Frauen und Kinder verprügelt werden und diese Gfraster schauen alle zu”, so Haider. “Wir leben in einem Land, wo Flüchtlinge wie Tiere behandelt werden und wieder ausgesiedelt werden. Das ist alles dieses coole, wunderbare Österreich. Aber ich liebe es trotzdem – aber nicht das”,

sagte der Moderator.

An diesem Punkt möchte ich anknöpfen.

Sehr geehrter Herr Haider,

meine Name ist Ali Mahlodji und ich bin für in den Augen vieler Österreicher ein “richtiger Tschusch“.

Ich bin aber auch Perser, Österreicher und Wiener aus Überzeugung, Steuerzahler und im Grunde ein weltoffener Europäer mit Brückenschlagqualitäten zwischen Ost und West.

Ich verstehe Ihre Aussage, welche Sie  in der Sendung “Willkommen Österreich” von sich gegeben haben, bzw. Ihre Motivation dahinter.

Auch ich sehe, dass dieses Land in vielen Punkten nicht immer eine Vorbildwirkung hat und es hier sehr viele offene Baustellen gibt:

  • Frauen und Kinder werden geschlagen, und das tagtäglich.
  • Ausländer werden behandelt wie Tiere, in Auffanglagern zusammengepfercht und behandelt, als wären sie Diebesgut.
  • Eine Ministerin Fekter sorgt in ihrer wichtigen Rolle auch immer öfter für Kopfschütteln.
  • Ein HC Strache kann eigentlich tun was er will und wird nicht eingedämmt – außer er ist bei “Wir sind Kaiser“. Da hat man gesehen, dass er ohne seine Spickzettel und seine Karterln nicht wirklich was am Kasten hat – außer er hat vorher schon 3 Spritzer intus.
  • Wir haben die letzten Jahre aufgrund eines Falles Kampusch und einer im Keller eingeschlossenen Familie (Fall Fritzl) internationales Aufsehen erregt.
  • und auch die Berichterstattung eines Franz Fuchs geht auf unsere Kappe
  • und und und

Ich selbst bin seit knapp 26 Jahren in Österreich, habe die Staatsbürgerschaft und bin seit meinem 18. Lebensjahr berufstätig, zahle Steuern und kann Wienerisch reden als hätte ich Edmund Sackbauers DNA.

Dennoch weiß ich ganz genau, dass diese Argumente nichts zählen, wenn ich einer Gruppe von Rechtsradikalen begegne.

Ist dies aber ein Grund, das Land an sich zu werten? Ist es nicht eher so, dass Negatives sehr gerne breit getreten wird und nur der Kurzsichtige diese auf ein Kollektiv bezieht?

Ich kann mich gut in Sie hineinversetzen, da ich in meiner Zeit in Österreich sehr oft Opfer und Zeuge von unfairer Vorkommnissen geworden bin. Und das Schlimmste war, als jeder nur weg sah und darauf hoffte, dass “irgendwer” es schon richten wird.

Ich habe eine Flucht über die Grenzen der Türkei miterlebt, das Flüchtlingsheim Traiskirchen durchlebt, wurde mit meiner Familie bis zu meinem 11. Lebensjahr in insgesamt 13 unterschiedlichen Wohnungen untergebracht und habe zusehen müssen, wie meine Eltern, welche im Iran Akademiker und Führungskräfte waren, in Wien als Analphabeten behandelt wurden.

Und wenn einige “Freunde” zu mir sagen: “du bist ja eh kein Ausländer Ali, du sprichst deutsch und hast dich super integriert” dreht sich mir alles um. Ich erwidere dann zumeist, ob ihnen denn bekannt ist, dass ich Ali heiße, südländisch aussehe und bei FPÖ Kundgebungen schon mal als braune Sau beschimpft wurde. Alles Dinge, welche im Widerspruch zu einem echten Österreicher stehen.

Dennoch habe ich mit meinem 12. Lebensjahr aufgehört das Land Österreich für irgendeines dieser Dinge verantwortlich zu machen.

Grob gesagt,

solange es auch nur einen Österreicher gibt, der weltoffen und weitsichtig agiert, Missstände aufdeckt, diese anklagt und hilft, solange hat Österreich nichts mit einem beschissenen Land zu tun – nicht annähernd.

Was Sie in Willkommen Österreich bezüglich der Vorkommnisse in diesem Land gesagt haben, stimmt vollkommen. Was aber die Bezeichnung und Kategorisierung als “beschissenes Land” betrifft, muss ich einhaken und darauf bestehen, dass Sie diese Aussage bitte richtig stellen.

Österreich ist kein “beschissenes” Land. Es gibt immer Menschen, welche falsche und unaussprechlich schlimme Dinge tun. Meist sitzen diese sogar in verantwortungsvollen Positionen und ihr Wirken verletzt viele Menschen und verbaut ihnen die Zukunft.

Aber Österreich ist gleich einer tollen Verkehrskreuzung und keiner Einbahnstraße. Eine Verkehrskreuzung, auf welcher jeder selbst entscheiden kann, in welche Richtung es gehen soll. Und zwar ganz ohne gedrängt zu werden (Einfluss der Eltern ausgenommen).

Mir wurde in der Unterstufe von sogenannten “Schulberatern” und “Pädagogen” geraten, doch eine Lehre oder einen Job auf einer Baustelle einzuschlagen. Dies wurde mit meiner “Herkunft” als Flüchtling begründet. Ich hörte immer, ich sei aufgrund meiner Vergangenheit (ich war bitte grad mal 12 Jahre alt) nicht für eine höhere Ausbildung bereit.

Es wäre für mich zu leicht gewesen, alles auf das “beschissene Österreich” zu schieben und innerlich aufzugeben, weil “man ja eh nichts ändern kann”.

Ich hatte aber den Weitblick, mich für das “andere” Österreich zu entscheiden.

  • ein Österreich der Chancen, der Optionen, des Wachstums und der Freiheit.
  • ein Österreich, in dem Bildung nicht nur den Privilegierten zusteht.
  • ein Land, in welchem Studenten mit friedlichen Protesten einen Minister dazu bewegen können, Millionen aus der Notkassa für ihre Anliegen, auszugeben.
  • ein Land, in welchem einer der besten Stürmer Ivica Vastic hieß und im AT-Dress “sein” Land vertreten hat.
  • ein Land, welches Integrationsklassen eingerichtet hat (die Qualität dieser Projekte ist ein anderes Thema)
  • ein Land, in dem jeder entscheiden kann, wohin es gehen soll.
  • ein Österreich mit der Lebensqualität eines 5-Sterne Hotels.
  • ein Österreich mit frischen und kostenlosen Trinkwasser.
  • ein Österreich mit Rechtssicherheit.
  • ein Land, in dem eine Familie bei Jobverlust des Einkommensträger eine Zeit lang vom Staat unterstützt wird.
  • ein Land, in welchem man dem Unmut im Fernsehen Luft machen kann ohne Konsequenzen zu befürchten.
  • ein Land, in dem jede Stimme zählt.

Falls Sie jemals in Kuba oder dem Iran waren, werden Sie wissen, dass diese Menschen uns beneiden. Nicht vorwiegend wegen dem Geld oder unserem Lebensstil. Sondern wegen unserer Freiheit und der Möglichkeit, zu tun, was WIR wollen (solange es gesetzlich erlaubt ist).

In diesen Ländern passieren solche Dinge, welche Sie in “Willkommen Österreich” erwähnt haben, genauso. Nur kommt dort hinzu, dass die Stimme des Volkes nichts zählt und Menschen unter dem Vorwand der Sicherheit, bzw. der Religion wie Schafe geführt werden. Es gibt eine Richtung und entweder ist man dabei oder gleich ein “Extremist”, “ein Regierungsgegner”, “ein Terrorist” und was sonst noch als “Gegner” gilt.

Österreich ist das Land, in welchem ich die Möglichkeit hatte, als Schulabbrecher (ein halbes Jahr vor der Matura hat es mir dann gereicht) zwei Ausbildungen, davon eine akademische, zu absolvieren und gleichzeitig am Arbeitsmarkt aktiv zu werden.

Es ist das Land, welches mir “Tschuschen”, der mit dem Stempel “mach lieber einen Job am Bau” geprägt war, die Möglichkeit gab, mit nur 27 Jahren als internationaler Berater tätig zu sein.

Ich habe in all diesen Jahren sehr oft Widerstand und Skepsis gegen meine Person erlebt, aber ich habe mich immer wieder entschieden, MEIN Österreich zu nutzen und es zu bereichern. Denn nur mit diesem Denken öffnet sich das positive und das lebenswerte … eben auch in Österreich.

Österreich hat es nicht verdient, mit dem Wort “beschissen” in Verbindung gebracht zu werden. Auch wenn so manches “beschissene” in unseren Breitengraden passiert.

Beschimpfen Sie nicht ein ganzes Land und das damit verbundene Volk. Niemand hat es verdient mit schwarzen Schafen in einen Topf geworfen zu werden.

Ich wünsche Ihnen ein schönes 2010 und freue mich über einen Gedankenaustausch. Am Besten in einem richtigen Wiener Beisl :-)

Besten Gruss,

Ali Mahlodji

PS: es vergeht auch heute teilweise kein Monat, in dem ich nicht darauf hingewiesen werde, “hier nicht dazuzugehören” – aber ich nehme mir nicht die Zeit, mich auf diese Wertung einzulassen

Superhelden gewünscht – das wahre Gesicht in der Krise

September 20th, 2009 No comments

Es ist (immer noch) Weltwirtschaftskrise und ich wollte daran eigentlich nicht teilnehmen.

Aber egal ob es das Fernsehen, das Radio oder etwaige digitale Medien sind, überrannt wird man von diesem Thema Tag ein, Tag aus.

krise

Hinzu kommt, dass die Weltwirtschaftkrise auch gerne als die Wurzel allen Übels herhalten muss. Zum Glück habe ich noch keine erfolglose Fussballmannschaft gesehen, deren Trainer sich auf die Krise ausredet :-)

Gerade in vielen Unternehmen zeigt die Krise, welche Potential im Management steckt. Es ist vollkommen klar, dass viele Unternehmen hart getroffen wurden und daher Einschnitte notwendig, ja sogar überlebenswichtig, waren.

Kosten zu sparen ist nicht falsch, jedoch kommt es darauf an, wie man diese Optimierung der Ressourcen umsetzt und worauf der Fokus gesetzt wird.

Um es kurz zu machen … Kostenersparnis mit Kündigungen und Einsparungen im Peoplemanagement gleich zu setzen ist etwas sehr kurzfristig. Vor allem, wenn diese Unternehmen in anderen kostenfressenden Bereichen keine signifikanten Einsparungen vornehmen, sondern mit Augenauswischerei die Kostenstruktur rechtfertigen.

Ich habe in meinem beruflichen und privaten Leben eines gelernt:

In Krisenzeiten zeigt sich gutes Management, gute Führung und intelligente Kommunikation.

Etwas salopp formuliert … in (relativ) krisenfreien Zeiten ist es einfach, “gute Ergebnisse” zu erzielen. Die wahre Stärke guter und nachhaltiger Manager zeigt sich aber genau in den Zeiten, in denen Rückgrat gefordert ist.

In Diskussionen erlebe ich immer wieder diese kurzfristige Denkweise und die abenteuerlichsten Ausreden. Natürlich sind Entlassungen eine Möglichkeit, signifikant Kosten zu senken, aber es darf einfach nicht die erste Option sein, welche herangezogen wird.

Mitarbeiter binden sich nicht nur über einen Lohnzettel an das Unternehmen.

Was Unternehmen als Motivation und eigenem Antrieb gerne von Mitarbeitern fordern, dürfen sie in Krisenzeiten nicht abwerten, indem sie Mitarbeiter als reine Kostenstelle ansehen.

Nicolas Hayek, Gründer und Boss von Swatch, dem schillernden Uhrenhersteller aus der Schweiz, hat vor Kurzem in einem Interview angeführt, dass sein Unternehmen aufgrund der Krise keine Leute entlässt. Er gibt offen zu, dass die Krise sein Unternehmen genauso hart getroffen hat, wie viele andere Unternehmen auch.

SCHWEIZ SWATCHHayek erklärt, dass Mitarbeiter eine Investition sind und Swatch beim Eintritt der Krise vorerst andere Bereiche, als die der Personalstruktur, stark unter die Lupe genommen hat. Dies ist natürlich eine Aussage, welche auch das eine odere andere Unternehmen von sich gegeben hat, bevor tausende Personen entlassen wurden und wenige Monate drauf gigantische Mega-KickOffs in Übersee abgehalten wurde.

Jedoch ging Swatch einen Schritt weiter und war sich die ganze Zeit über bewusst, dass die Krise nicht die Regel, sondern die Ausnahme ist und damit irgendwann vorbei sein wird. Hayek und sein Team wissen, dass man Vertrauen der Mitarbeiter nur Stärken kann, wenn man auch in schlechten Zeiten zueinander steht. Mit diesem Denken in der Unternehmensführung wird kurzfristiges Handeln (hoffentlich) nicht als Lösung herangezogen.

Unternehmen, welche heute Wissensträger entlassen (“die Krise zwingt uns dazu”) und diese dann in einem halben Jahr wieder einstellen (gibt es wirklich!), haben Nachhaltigkeit und intelligentes Management nicht verstanden.

Die Krise hat viele Leute sehr hart getroffen und wird dies sicher noch tun. Und ich halte die Daumen, dass es nicht mehr viele Menschen sein werden, die diese Auswirkungen zu spüren bekommen, aber eines muss uns immer bewusst sein:

Krisen passieren und die meisten davon können wir nicht beeinflussen … wir können aber beeinflussen WIE wir reagieren.

Sei dies jetzt im kleinen, privaten Kreis oder in einer Managementfunktion.

Einschnitte sind sehr hart, aber Vertrauen und Stärke dürfen nicht durch unintelligentes Optimieren aufs Spiel gesetzt werden.

Paradigmenwechsel zwischen digitalen Zeitzeugen und standfesten Marketeers

September 8th, 2009 1 comment

Ich weiss … ich blogge viel zu selten und ich finde selbst, dass es eine richtige Frechheit von mir war, eine kleine Umfrage zu starten, worueber ich denn bloggen soll. Und dann lasse ich mir beinhart mehrere Wochen Zeit mit dem Posting. Asche ueber mein Haupt! Mea culpa.

So, jetzt wo das geklaert ist :-) zurueck zum eigentlichen Thema.

sprung

Ich hatte auf Doodle gefragt, worueber meine Leser am liebsten lesen wuerden.

Zur Auswahl standen folgende Themen:

  • Information Worker und die Cloud (Arbeiten mit den Tools aus dem Browser)
  • Paradigmenwechsel und Beobachtungen zwischen digitalen Zeitzeugen und standfesten Marketeers

Gewonnen hat das zweite Thema mit einem Torverhaeltnis von 20:17 :-)

Ich hatte das Glueck und die Ehre, Gewinner der Eintrittskarten fuer das Werbeplanungssummit zu sein.

wpsummitheader

Dem ging natuerlich eine harte Gewinnspielschlacht voraus, bei dem Blog-Comments und Tweets zum Sieg beitragen konnten.

Gewinnerblogeintrag

Initiiert wurde das Ganze von niemand geringerem als Ritchie Pettauer, dem Godfather of Social Media :-)

Das Werbeplanungssummit war ein 2-Tage Kongress zum Thema Digitales Marketing in Oesterreich und damit eines der am meist erwarteten Events in der Werbe- und Medienlandschaft.

Fuer mich war die Schnittstellenbehandlung zwischen standfesten Marketingprofis und deren Zugang zu den heute aktiven digitalen Zeitzeugen extrem interessant. Mit digitalen Zeitzeugen meine ich grob zusammengefasst die “neue” Generation der Mediennutzer, welche erst verstanden werden muss und die Mediennutzung komplett auf den Kopf gestellt hat.

Genau die seltsame Sorte von Kunden, welche Google als das Lexikon schlechthin sehen, ueber das Leben twittern und bei Gefahr in Verzug ihren Facebook Status aktualisieren. Etwas ueberzogen diese Beschreibung, aber was ist heute schon normal im digitalen Zeitalter ohne jegliche Definitionen? :-)

Fuer mich als Person aus der Generation, welche die “alte” (Medien-)Welt miterlebt hat und die neue (ich nenne sie gerne auch “erweiterte”) Sichtweise auch taeglich mitpraegt (Kunde = Produzent) war das Werbeplanungssummit recht ernuechternd.

Ich bin einfach mal so frei und behaupte, dass vergangene Erfahrung und damit verbundene Erfolge in der bisherigen Art des Marketing und der Zielgruppenwerbung niemanden darin qualifizieren, fuer die heutigen Kunden gewappnet zu sein. Hier trifft es wirklich zu, dass bisherige Erfolge blind machen koennen.

Auch wenn ich jetzt den Zorn der einen oder anderen grauen Eminenz der Werbelandschaft auf mich ziehe … ich finde, es ist etwa so wie der Vergleich mit Birnen und Aepfeln, wenn wir in der Volksschule rechnen lernen. Ungleiches vertraegt sich manchmal absolut nicht und schon gar nicht, wenn es um Nachhaltigkeit und Best Practice geht.

Etwas wirr was ich schreibe, aber ich moechte es mal so erklaeren: In den meisten Sessions, welche Interaktion mit der digitalen Welt versprachen, war einfach zu oft zu sehen, dass z.B. Bannerwerbung immer noch als Zugangsmittel zur digitalen Generation gesehen wurde.

Auch hoerte man immer oefter, dass “Unternehmen xy jetzt ja auch eine Facebook-Fanpage hat” und damit die Kunden total verstanden hat.

Vergessen wurde, dass Social Media … unangeachtet all der Plattformen a la Facebook, Twitter, etc. genau ein einziges Thema zum Inhalt hat. Nachhaltiger Dialog ist hier das Um und Auf der Thematik. Facebook und Konsorten sind TOOLS!!!! Heute ist es Twitter und morgen eine andere Plattform.

Eine SocialMedia Strategie sollte nicht nur, sie muss auch unabhaengig von den derzeitigen Plattformen Sinn machen und ein Ebene darueber ansetzen.

Ich habe am Werbeplanungssummit schlichtweg die richtigen Fragen vermisst. Fragen nach dem WARUM und dem WESHALB haetten Sinn gemacht. Viel zu viel wurde immer nur ueber das WIE geredet und ueber direkte Umsetzungen, von langfristigen Strategien war einfach zu wenig zu hoeren.

Positiv ueberrascht hat mich hier aber OE3 … der Sender, dem die Oesterreicher und -Innen vertrauen :-)

OE3 setzt auf SocialMedia und hat die nachhaltige Kommunikation dahinter insoweit verstanden, dass man diese Investition als eine langfristige sieht, welche nicht direkt und schon gar nicht schnell in Umsatzzahlen zu sehen ist.

Das Werbeplanungssummit an sich war aber eine hervorragende Veranstaltung und fuer Personen in der Medien- und Werbebranche auf jeden Fall ein must. Auch fuer mich hat es neue Perspektiven hervorgebracht. Umso mehr schaue ich in die Zukunft und freue mich auf das naechste WPSummit und die Ideen und Konzepte, welche seit dem ersten WPSummit entwickelt wurden.

Oesterreich ist im Bereich NewMedia, SocialWeb und Web2.0 teilweise ein Entwicklungsland und gerade deshalb ein guter Boden fuer Aufklaerungsarbeit und neue Unternehmer :-)

Als Gewinner der Karten wurde ich an einem echt heissen Sommertag vor den Toren der Nationalbibliothek interviewed (sichtlich geschafft von der Hitze und der guten Belueftung :-) ) und befand mich in bester Gesellschaft, da auch Armin Wolf an diesem Tag von Ritchie interviewed wurde. Uebrigens war Armin Wolfs Keynote ein sehr guter Start in den Event, da dies die zeitgemaesse Verschmelzung von Old Media und New Media aus der Praxis spiegelte.

Das WPSummit hat hier mit dieser Veranstaltung Pionierarbeit geleistet und hoffentlich eine breite Diskussion gestartet, welche durch intelligentes Lernen und Probieren (aber auch dem Zulassen von Fehlern) bald Fruechte tragen wird.

Hier gehts zu den Fotos vom WPSummit und zum Interview mit Armin Wolf.

Bis naechstes Jahr beim Werbeplanungssummit!

Spielend kommunizieren

July 18th, 2009 No comments

Heute schon gepoked?

Nein? Kein Grund rot zu werden. Was sich auf den ersten Blick etwas schlüpfrig anhoert, ist einem neuen Gadget zu verdanken … dem Poken, zu welchem ich vor wenigen Tagen vom Kurier interviewed wurde (zum Kurierartikel zum Thema Poken mit Ali Mahlodji und Jana Herwig).

Poken Interview mit Ali Mahlodji und Jana Herwig im Kurier

Und wer hats erfunden? Genau, die Schweizer! Um genau zu sein die Schweizer Firma Poken S.A., welche unter anderem vor Kurzem bei den TechCrunch Europe Awards 2009 den ersten Preis fuer das beste Real World Device / Gadget gewann.

Um es auf den Punkt zu bringen:

PokenPoken sind digitale Visitenkarten. Und das wortwoertlich.

In einer Zeit, in der immer mehr SocialWeb Plattformen (Twitter, Facebook, XING, etc.) den Lebensalltag begleiten und wir auch immer oefter Zeit auf diesen verbringen, hilft uns der Poken, bei Neukontaktaufnahme, all unsere digitalen Identitaeten auszutauschen.

Einfach zwei Poken, bzw. deren Riesenhaende, aneinander halten (“high four”) und schon sind die digitalen Identitaeten ausgetauscht. Ein gruenes Aufleuchten zeigt an, ob der Austausch korrekt passiert ist.

Zur Zeit werden knapp 30 SocialWeb Plattformen unterstuetzt und es ist moeglich 64 Kontakte auf einem Poken zu speichern. Dies stellt insofern kein Problem dar, da bei einem vollen Poken einfach der 1. Eintrag ueberschrieben wird.

Wenn man also seinen Poken immer rechtzeitig mit dem eigenen PC (natuerlich auch Mac) verbindet, kann man recht risikofrei poken, da die Daten der neuen Poken-Freunde jedes Mal auf den Poken-Server uebertragen werden und dort gespeichert werden.

Fuer die Personen, welche zum Poken aufgefordert werden, aber ihre Daten nicht weitergeben moechten, gibt es den Ghost-Mode.

Hierfuer muss man nur kurz vor dem Kontaktaustausch den runden Kreis in der Hand des Poken 2x druecken und schon wird ein Ausweichprofil uebertragen.

Dieses Ausweichprofil kann man entweder selbst “neu zusammenstellen” oder der Poken uebertraegt einfach ein Profil, bei dem kein Bild und auch sonst keine Daten uebertragen werden. Einzig und allein die ID des Pokens wird uebertragen.

die technische Erklaerung:

Poken PersonalisierungWenn man einen Poken erhaelt, sollte man als aller erster die eigenen Daten eintragen, bzw. den eigenen Poken personalisieren.

Hier ist das Beispiel meiner ersten Identiaet, welche ich konfiguriert habe und welche auch als Standard uebertragen wird.

Genauso ist es auch moeglich eine 2. Identitaet einzurichten, welche z.B. eher private Daten enthaelt, und immer dann ausgetauscht werden soll, wenn man die Innenflaeche des Pokens 2x drueckt.

Beim Austausch werden nur die ID’s der einzelnen Poken ausgetauscht.

Beim Einstecken des Pokens in den PC/Mac (per USB) wird Kontakt mit der offiziellen Poken Seite hergestellt und, basierend auf den empfangenden ID’s, welche am Poken gespeichert sind, werden die hinterlegten Daten vom Server abgerufen.

Wer jetzt wegen seiner Sicherheit Angst hat, dem sei zu sagen, dass am Server KEINE PASSWOERTER zu den SocialMedia Profilen gespeichert werden. Es ist nur der Link zum jeweiligen Profil vorhanden.

und wie fange ich an?

Nicht verzagen, sondern eine der folgenden Moeglichkeiten nutzen :-)

wie sieht die Poken & Blog Szene aus?

Hierfuer lasse ich die schoensten Bilder und Szenen des letzten Blogtail fuer sich sprechen:

Wir sehen uns, spaetestens beim naechsten Blogtail :-)

Arbeiten auf der Sonnenseite des Lebens

April 30th, 2009 2 comments

sun-microsystems-philippines

Es gibt Arbeitgeber, es gibt Unternehmen und es gibt Freiraeume …  Orte, an denen berufliche Herausforderungen und eigene Ideen Hand in Hand gehen koennen. So ein Ort ist Sun Microsystems.

Ich bezeichne Sun, meinen Arbeitgeber, als Ort weil es ein globales Unternehmen mit globalen Kunden und globalen Partner ist.

Aber das ist nicht alles, was Sun ausmacht und aus der Menge hervorstechen laesst.

Es faengt damit an, dass man die intelligentesten Menschen der Branche mit den kreativsten zusammenbringt und dabei einen Mehrwert schafft. Einen Mehrwert, der Nachhaltigkeit und Gutes hinterlaesst. Sowohl fuer unsere Kunden als auch fuer unsere Gesellschaft.

img_07721Fuer Kunden durch ein breites Portfolio, aber auch durch intelligente Loesungen und fuer die Gesellschaft durch Ansaetze, welche z.B. der Umweltverschmutzung entgegen wirken. Und zwar mit der Vision “The network is the computer”, welche vor ueber 20 Jahren ins Leben gerufen wurde und heute mehr denn je gilt.

Alles Punkte und Werte an die ich glaube.

Letzte Woche wurde Sun durch Oracle aquiriert. Ein Kauf, der alle tektonischen Platten der IT Branche gehoerig ins Wanken bringt und definitiv eine sehr interessante Konstellation bedeutet. Zugegeben, nach den Geruechten um IBM war Oracle eine Ueberraschung, aber durchaus eine positive!

Dass auf meiner Visitenkarte Oracle stehen wuerde haette ich mir ja nicht so schnell gedacht, auch wenn Oracle zu einem von 5 Unternehmen gehoert, bei dem ich schon immer arbeiten wollte. Zumindest brauche ich mich jetzt nicht mehr bewerben :-)

Ich war vor Kurzem in Deutschland in unserer Muenchner Niederlassung und bin dort an einige nette Geschichten bei Sun erinnert worden. Viele wissen, dass ich derzeit meinen 2. Fruehling bei Sun geniesse. Ich war das erste Mal schon vor knapp 5 Jahren bei Sun, damals aber im Projektmanagement und habe Sun dann wegen meinem Zivildienst verlassen muessen. Ich wurde vor knapp einem Jahr als technischer Berater wieder ins Team von Sun Oesterreich geholt und habe meinen Einstieg gleich mal mit einem Abstecher nach LasVegas begonnen.

Ich moechte hier nochmal die besten Szenen meiner bisherigen Sun Zeit festhalten, bevor die Farbe violet zu rot wird und fuer mich eine neue Zeit in einem noch groesseren Unternehmen beginnt :-)

BestOf Ali@Sun:






Die naechsten “Unternehmens”-Fotos gibts von Sun/Oralce :-)

lg,

Ali