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Meine Twitter SWOT Analyse – ein Fazit

April 16th, 2010 2 comments

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Welt 2010 ohne Grenzen – österreichisches Eishockey und Äthopien (ein Fallbeispiel)

March 9th, 2010 8 comments

Eishockey, Österreich, Twitter, Äthiopien – bis auf die beiden ersten Begriffe doch sehr gegensätzliche Dinge.

Seit 2 Tagen aber die Stichwörter, welche mir einfallen, wenn ich nach der vernetzten Welt gefragt werde.

Fangen wir am Anfang an:

Das ist Dieter:

5736_119011261583_546331583_3039607_7414424_nZiernig sein Nachname und in den Weiten des WWW auch bekannt als Sugarmelon.

Ich hatte das Vergnügen, Dieter einige Male persönlich kennen und schätzen zu lernen. Dieter ist unter Tags Verantwortlicher für die digitale Strategie bei HP und wenn er mal nicht über irgendwas mit 2.0 hinten dran redet, reist er viel rum … echt viel!

By the way … Dieter ist Eishockey-Fan.

Und zwar so einer, der alle Welt daran teilhaben lässt – auch über Facebook, Twitter und Konsorten :-)

Und über den digitalen Mindshift weiß der Herr auch einiges, aber davon kann man sich selbst ein Bild machen.

Das ist Äthiopien:

Äthiopien …  ist ein Staat im Nord-Osten Afrikas. Er grenzt an Eritrea, den SudanKenia,Somalia und Dschibuti. Nationalfeiertag ist der 28. Mai, Tag der Niederlage des Mengistu-Regimes (1991). Äthiopien ist beim Human Development Index auf Platz 171 von 182.

Äthiopien ist das zehntgrößte Land in Afrika, es ist rund dreimal so groß wie Deutschland.

CaptureÄthiopien hatte Mitte 2008 eine Bevölkerung von 79,1 Millionen. 16 Prozent der Menschen lebten in den Städten. 43 Prozent der Bevölkerung war unter 15 Jahre alt und nur 3 Prozent über 65 Jahre. Eine äthiopische Frau bringt im Laufe ihres Lebens im Durchschnitt 5,3 Kinder zur Welt.

Die Bevölkerung setzt sich aus ungefähr 80 ethnischen Gruppen zusammen, die zwischen mehreren Millionen und nur wenigen Hundert Menschen umfassen können. Obwohl geographisch dem südlich der Sahara gelegenen Afrika zugerechnet, ist das Land in seiner historischen und kulturellen Entwicklung stark von Einflüssen aus dem Nahen Osten geprägt.

Wikipedia, 2010

Das ist Eishockey:

Auch hier wieder der Verweis auf Mama Wikipedia:

Schweden-lettlandEishockey ist eine Mannschaftssportart, die mit fünf Feldspielern und einem Torwart auf einer etwa 60 m langen und 30 m breiten Eisfläche gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, das Spielgerät, den Puck, eine kleine Hartgummischeibe, in das gegnerische Tor zu befördern.

Der Eishockeysport entstand zwischen 1840 und 1875 in Kanada, wo britische Soldaten das schottische Shinney auf Schnee und Eis spielten. Die BezeichnungHockey kommt aus dem Französischen und bedeutet etwa „krummer Stock“.

Eishockey ist durch die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) international organisiert. Der Weltverband hat bis heute 64 Mitgliedsverbände. Als spielerisch beste Eishockeyliga der Welt gilt die nordamerikanische National Hockey League (NHL).

Das ist Twitter:

- no comment, guys – das ist mittlerweile schon zu oft durchgekaut worden. Check the facts!

Und was zum T*/&$§l hat das alles jetzt gemeinsam?

Kurze Antwort: eine einzige, globale Welt!

Die etwas längere Antwort:

Am Sonntag, 07. März 2010, spielten in Österreich die beiden Eishockeymannschaften aus Salzburg und Klagenfurt um das Weiterkommen im Cup. Eine recht spannende Angelegenheit, wenn man Eishockeyfan ist und auch sonst ein recht kurzweiliges Unterfangen. Es war eines dieser Spiele, welche für eine kurze Zeit zwei Bundesländer zu den härtesten Feinden machen konnte.

Dieter schickte an diesem Tag per Twitter die Message raus, ob ihn den jemand per SMS über den Spielstand informieren könnte.

Capture

An sich keine besondere Geschichte, wenn man bedenkt, dass unsere Kids in Mitteleuropa mittlerweile schon mit durchschnittlich 13 Jahren ein Handy bekommen.

Aber eine Sache war dann doch interessant – Dieter ist seit einigen Wochen in Äthiopien unterwegs. Also in Afrika. Ziemlich weit weg, komplette Zeitumstellung, andere digitale Zugänge zu Informationen (wenn überhaupt) und keine Eishockeyberichterstattung.

Vor vielen Jahren wäre solch eine Anfrage wegen so einem Spielstand etwas “umständlich” und “komisch” gewesen. Weil es einen Telefonanruf benötigt hätte, der einiges kostet. Ganz zu schweigen, ob die Person überhaupt erreichbar ist.

Dieter verließ sich voll und ganz auf Twitter und bekam auch die Antwort, welche er wollte in Echtzeit. Und als Bestätigung gleich von mehreren Personen auf einmal (inklusive meiner Person).

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Für viele Digital Natives ein ganz alltägliches Phänomen, für die Digitial Immigrants und für die Personen, welche derzeit den schmalen Grat zwischen diesen Welten bewältigen wollen, ein eindeutiger Beweis, dass Informationen, entstanden durch die Masse, verbunden mit einfachen digitalen Kanälen, DIE Informationsinfrastruktur darstellen, welche es uns hoffentlich erlauben wird, uns selbst zu helfen. Damit meine ich die Möglichkeit, sich selbst die Informationen zu besorgen, mit denen man handeln kann. Unabhängig davon WO man ist.

Realtime Informationen zum Null-Tarif und mit besten Empfehlungen von Freunden

würde meine Großmutter jetzt sagen, welche es verstand, übergreifende Dinge in einen einzigen Satz zu verpacken.

Eishockeyergebnisse sind natürlich keine Informationen, welche unseren Lebensstil und die Art und Weise unseres Daseins verändern.

Aber dieses einfache Beispiel zeigt sehr gut, dass gezielte und innovative Kanäle in unserer heutigen Welt, Dinge zusammenbringen können, welche auf den ersten Blick nichts miteinander zutun haben.

Danke Dieter!

warum der EURO im digitalen & sozialen Informationssystem an Wert verliert

March 8th, 2010 No comments

Tausche meine täglichen Rituale gegen XX,- EUR
(hier bitte beliebigen Geldbetrag einsetzen)

Gmail, Youtube, Facebook, Twitter, etc. – vor vielen Jahren noch waren diese Begriffe in die Geek-Schublade zu stecken und wurden oft belächelt (ok, Gmail hat von Anfang an Sinn gemacht).

Heute, im Jahre 2010, sind diese ehemaligen “Tech-Spielzeuge” ein Begriff unseres Alltages geworden. Ein Alltag, in dem wir unsere Informationsflut mit diesen Tools managen. Sei es jetzt, um diese zu filtern, diese auszuwerten oder einfach um selbst Content zu erstellen oder einfach welchen zu konsumieren. Und manchmal verleiten uns diese Tools, etwas “mehr” bekannt zu geben.

Bevor jemand die Nase rümpft. Nein, ich stelle Google, Facebook, etc. nicht Luzifer gleich. Jeder mündige Mensch muss selbst wissen, was er oder sie tut, wenn alle Welt auf riesigen, vernetzten Pinnwänden, deren Tagesablauf nachvollziehen kann.

Ich selbst bin Content Producer. Ich produziere Content wie z.B. Beiträge auf diesem Blog, aber ich gebe auch vieles aus meinem Privatleben bekannt. Wer mich auf Facebook oder Twitter als “Freund” hat (oder wie ich sie nenne, die “wahren” Freunde :-) ), wird wissen, dass ich in manchen Bereichen sehr transparent bin.

Aber Transparenz ist nun mal nicht gleich Transparenz und darüber sollten wir alle nachdenken.

Ein Gedankenexperiment:

Stellen Sie sich ein Wohnhaus vor, in welchem alle Wohnungen durch gleich-dicke Mauern getrennt sind.

Die meisten Parteien im Haus kennen sich durchs Sehen, vielleicht über die letzte Mieterversammlung oder einfach, weil sie auch mal miteinander geredet haben (soll es ja angeblich noch geben).

All diese Menschen habe gegenüber den anderen Parteien eine eigene Meinung. Sei es, dass diese eben durchs Sehen oder durch Gespräche entstanden ist. Es gibt aber bekanntlich auch noch die Meinungsbildung mithilfe von Dritten.

Damit meine ich grob gesagt die Hausmeisterstories, welche einfach zu jedem Wohnhaus gehören:

  • “Du … hast scho g’hört … der Meier und sei Frau haben scho wieder Krach wegen der Tochter. Irgendwas mit derem ihrem Freund.”
  • “Also, der Meier hat ja derzeit ka Glück. Job verloren, Freundin schwanger, die Frau in Thailand um sich selbst zu finden. Armer Bua.”
  • “I red ja net hinterm Rücken von de Leut’, awa der Meier hat, glaub i, irgendwas mit der einen von der 16-er Stiege.”

Wer diese Gerüchteverstärker nicht kennt, der kommt entweder aus Island, hat noch nie Kaisermühlen Blues gesehen und weiß auch nicht, was am Opernball auf höchstem Niveau abgeht.

Für alle anderen Leser werden diese Konversationen sehr bekannt sein.

Wir alles wissen, dass über uns geredet wird. Und zumeist wollen wir dies nicht, da es in diesem Rahmen sehr oft mit Neid, Schadenfreude, aber auch mit Rufschädigung zu tun hat.

Wenn Sie in solch einem Wohnhaus leben, ist es Ihnen persönlich lieber, dass alle Welt (in diesem Falle, alle Nachbarn) weiß, was sie tun, mit wem sie es tun, wer irgendwo eine Rolle spielt und was vielleicht irgendwann mal vorgefallen ist? Wohl eher weniger.

Jetzt stellen sie sich vor, der Hausvermieter kann all ihre Aktivitäten nachvollziehen. Sei es, weil sie selbst bekannt geben was sie tun, wann sie jetzt genau einkaufen gehen, etc. oder weil er es einfach von ihren Bekannten im Haus hat.

Informationen, welche sie selbst im Haus freigeben, ergänzt mit Informationen von den Personen in ihrer direkten Umgebung, ergeben dann irgendwann mal ein richtig schönes Muster ihres Lebensstiles.

Und wenn man dann auch noch der Hausvermieter ist und von allen Mietern diese Informationen hat … tja … dann hat man den Ablauf eines lebenden Organismus vor sich. Der Ablauf, der nach genauer Betrachtung Muster aufwirft und damit beiträgt, Aktionen vorauszusagen. Z.B. Stromanbieter wechseln.

Banales Beispiel: wenn in dem Haus 100 Parteien leben und der Vermieter immer davon Wind bekommt, wer gerade wann wäscht und auch mitbekommt, wann die meisten elektrischen Geräte benutzt werden, dann kann er diese Informationen über das “Kundenverhalten” in Geld ummünzen.

Jetzt zoomen wir viele Jahre in die Zukunft und sagen mal, das Brother Google, Facebook und Konsorten nicht nur mehr Web-”Buden” sind, sondern, z.B. auch Stromlieferanten geworden sind. Mit diesen transparenten Informationen über ihr Verhalten und ihren Nutzungsbedarf wäre es eine sehr leichte Übung, ihrer kompletten Wohnhaussiedlung den richtigen Tarif anzubieten. Komischerweise ein Package, welches genau auf die Bedürfnisse von mehr als 75% des Hauses abgestimmt ist.

Gedankenexperiment-Ende!

Und jetzt ersetzen sie den Hausvermieter durch Mama Facebook – sie sehen, ihre Daten, welche zur Darstellung eines Massennutzungsverhaltens beitragen, sind dicke EUR wert.

Nicht EUR ist hier die vorrangige Währung, welche zählt – es ist ihre Privacy.

PS: Google hat jetzt “zufällig” auch eine Lizenz, um als Stromerzeuger und -anbieter auftreten zu dürfen :-)

Tötet, mordet und schändet – aber bitte ehrenvoll

February 5th, 2010 2 comments

Liebe Leser,

dieser Blogeintrag basiert auf den Vorkommnissen der vergangenen Tage und hat mein Gemüt sehr erregt. Es ist ein Eintrag, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin, wie objektiv ich das Thema sehe. Dennoch ist es mir ein Bedürfnis, dies zu kommentieren.

Ali Mahlodji

Manchmal denke ich, es wäre besser das Wort Ehre durch Respekt zu ersetzen.

Ehre bedeutet in etwa Achtungswürdigkeit (einer Person), sie kann jemandem als Mitglied eines Kollektivs zuerkannt werden (Ehre des Weibes, des Edelmannes, des Handwerkers u. a. m.), sie kann aber auch (etwa durch die Nobilitierung oder eineOrdensverleihung) vom dazu Berechtigten zugesprochen werden (The Queen is the fountain of honour).

Gegenüber jemandem, dem man sich an Ehre sehr unterlegen fühlt, gibt man sich ehrerbietig. Jemanden ehren bedeutet, ihm eine neue Ehre zuzuerkennen.

Das Gegenteil der Ehre ist die Schande. In der westlichen Welt ist hiermit oft der Verlust der Ehre oder in milderer Form eine persönliche Blamage gemeint.

Wikipedia, 2010

Manchmal denke ich auch, Menschen haben vergessen, warum wir respektieren oder respektiert werden. Für meine Generation ist es vielleicht selbstverständlich von Leistung und Taten als Grundlage des Respekts zu sprechen. Zumindest ist es eine sinnvolle Art und Weise, in den Genuss von Ehre und Respekt zu kommen und sich diesen zu verdienen.

Wir waren schon am Mond, wir können in ferne Planetensysteme blicken, wir haben die besten Technologien, wir können uns die Kraft der Sonne zunutze machen … und dennoch wird in unserer Zeit ein 16-jähriges Mädchen von der eigenen Familie ermordet, weil es angeblich Schande über diese gebracht hat. In den Augen vieler ein gerechtfertigter Tod im Namen der Ehre.

Ehrenmord in der Türkei

Lebendig begraben

Grab für eine Ungehorsame: Weil sie Kontakt zu Männern hatte, ist ein 16-jähriges Mädchen in Anatolien von der eigenen Familie offenbar grausam bestraft worden.

Eine 16-Jährige ist im Südosten der Türkei Medienberichten zufolge von der eigenen Familie lebendig begraben worden. So sollte die vermeintlich beschmutzte Ehre des Mädchens wiederhergestellt werden. Die Ermordete sei von ihren Angehörigen verdächtigt worden, Kontakt zu Männer zu pflegen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag unter Verweis auf den Autopsiebericht. Ihr Vater und Großvater seien festgenommen worden, hüllten sich aber in Schweigen.

Die Tote sei in sitzender Position in einem zwei Meter tiefen Grab gefunden worden, zitierte Anadolu einen Pathologen der Stadt Malatya im mehrheitlich von Kurden bewohnten Südost-Anatolien. Die Autopsie habe ergeben, dass in Lunge und Magen der jungen Frau Erde gewesen sei, “was bedeutet, dass sie lebend begraben wurde”. “Das Mädchen hatte die Hände gefesselt und war bei Bewusstsein, als das Verbrechen begangen wurde”, sagte der Rechtsmediziner demnach weiter.

Die Leiche der jungen Frau war bereits im Dezember im Garten der Familie in der Stadt Kahta gefunden worden. Mehr als einen Monat zuvor war der Teenager als vermisst gemeldet worden.

In den vergangenen Jahren hat es verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen so genannte Ehrenmorde in der Türkei gegeben. Doch gerade in kurdischen Gebieten sind Verbrechen im Namen der Ehre immer noch häufig und werden von vielen Menschen akzeptiert. Unter dem Druck der EU wurden die Strafen für “Ehrenmorde” verschärft, inzwischen droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft.

Sueddeutsche.de – 04.02.2010

Auch wenn die Familie angeklagt wurde und es zu einer Verurteilung kommen wird. Ihre eigene Tochter war erst 16 Jahre alt und hatte das ganze Leben noch vor sich.

Dieses junge Mädchen auf grausamste Art und Weise zu ermorden, um damit die Ehre der Familie wiederherzustellen, wirft mir die Frage auf, wie weit unsere Gesellschaft eigentlich wirklich gewachsen ist.

Dieser Mord wurde ausgeführt, um in den Augen der anderen Menschen (Nachbarn, Freunde, etc.) wieder richtig dazustehen – um wieder ehrbar zu sein.

Tausche Mord für die Ehre einer Familie …

darf nicht allen Ernstes auf dieser Welt gelten.


Wie dumm sind Menschen, welche denken, die eigene Tochter könnte den Respekt der ganzen Familie beschmutzen? Dies ist kein Einzelfall, sondern in vielen Regionen dieser Welt immer noch ein akzeptiertes Mittel, damit die Außenansicht gegenüber anderen Menschen gewahrt bleibt.

Wir brauchen aber nicht mal so weit weg zu blicken, auch bei uns vor Ort geht es oft rauf und runter, weil irgendwer sich von irgendwem in “seiner Ehre” beleidigt fühlt.

Auch eine Wirtshausschlägerei, welche auf Ehrenbeleidigung fußt, darf in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert werden.


Der Spruch “bei meiner Ehr’” sollte dort bleiben, wo er hingehört – in eine Fernsehwerbung.

Ich bin dafür, eine Gesellschaft zu forcieren, in der Respekt und Ehre wirklich nur durch Taten und Wirken erworben werden können.

Und nicht, weil es nun mal so ist, dass der Ältere automatisch der Ehrwürdigste ist und alle Jugendlichen daher kuschen müssen.

Hitler wäre, falls er leben würde, mittlerweile um einiges älter als ich – ist dies ein Grund, ihm Ehre und Respekt entgegenzubringen? Wohl kaum.


Mein jüngerer Bruder muss in den Augen vieler Menschen seinem älteren Bruder, also mir, automatisch mehr Respekt entgegenbringen. Verlange ich das? Nein! Natürlich will ich von jüngeren respektiert werden, aber nicht, weil es so sein MUSS, sondern weil es auf Freiwilligkeit beruhen sollte und weil ich es mir verdienen möchte.

Ihr Schläger, Mörder und Zivilversager … denkt das nächste Mal daran, was ihr im Namen von Ehre und Respekt tut.

Dies gilt übrigens auch für alle, welche irgendwelche Wahnsinnstaten im Namen Gottes, Allah’s, Jehova, etc. ausüben.

Denkt als Menschen und handelt auch so – ohne verwässerte Sonnenbrille, welche euch von außen aufgesetzt wurde.


Woher kommen wir und wohin geht die Reise? Und was ist mit Selbstbestimmung?

January 28th, 2010 6 comments

Wir werden geboren und wir sterben.

Fakten, welche unumstößlich sind und jeden von uns von der Sekunde 0 bis zu unserem Ableben begleiten.

Microsoft hat im Zuge der XBOX Campaign ein Filmchen online gestellt, welches in vielen Ländern für Unmut gesorgt hat und trotzdem den Kern der Sache trifft:

HABT SPASS VERDAMMT NOCH MAL!

Das Video ist radikal und es ist in erster Linie Werbung.

Aber radikal ist das neue “wichtig”.

Wer von uns vergisst nicht unter Tags einfach Spaß zu haben? Ich meine damit nicht nur am Abend mit Freunden, sondern auch während der Arbeit, des Studiums, der Schule, etc.

Der Tod kommt irgendwann und wehren kann sich niemand (hoch leben die, welche wieder geboren werden :-) ).

Und wir können uns auch nicht darauf einstellen, wann es passiert – Krankheiten, etc. ausgenommen.

Und jetzt kommt DAS RICHTIG COOLE:

wir können JEDERZEIT SELBST BESTIMMEN, WAS wir denn mit unserer Zeit anstellen möchten.

Es ist klar, wir müssen Geld verdienen, um ein halbwegs angenehmes Leben zu führen. Aber warum sich die Arbeit nicht selbst aussuchen und etwas machen, was man gern macht (und nichts, was nur aufgrund der Ausbildung logisch wäre).

Zur Schule müssen wir auch gehen, da führt kein Weg daran vorbei – aber hey, auch das hat ein absehbares Ende.

Für Eltern, deren Kinder in ein Alter kommen, ab dem Bildung und die ersten Treppen der Selbstständigkeit zählen, empfehle ich eine erweiterte Denkweise. Hierzu gibt es spitzen Anregungen von Franz Kühmayer, internationaler Berater und Vordenker zu den Themen “Zukunft der Bildung” und “Zukunft der Arbeit”.

Studieren? Langweilig? Tja, ich kenne niemanden, dem eine Waffe angehalten wurde, damit diese Person inskribiert.

Wir alle stehen das eine oder andere Mal in elendslangen Menschenschlangen, weil wir irgendeinen Stempel, eine Unterschrift oder sonst was benötigen. Könnten wir dies umgehen und ändern, würden wir es tun – aber es gibt eben diese “Amtswege”, welche unumgänglich sind. Warum also nicht einfach die Zeit in der Schlange als “Auszeit vom Alltag” nutzen? Ändern können wir es ja eh nicht – also besser Musik hören oder ein Buch lesen.

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Wenn jetzt auch keine gröbere Krankheit vorherrscht, wir ein eigenes Stimmrecht und KOSTENLOSES trinkbares Wasser haben – was soll uns dann bitte aufhalten, UNSER eigenes Leben zu genießen.

Wer diesen Gedankensprung bereits bewältigt hat, wird mich verstehen, wenn ich sage, dass alles im Leben einen Sinn hat und wenn wir uns für UNSEREN Weg entscheiden, auch unsere Umwelt mitspielt. Nicht immer gleich am Anfang, aber es passiert.

Daher,

SEI DU SELBST, sonst rennst du etwas hinterher, dass dich niemals befriedigen wird und dein Potential niemals ausschöpft.

So, genug guter Ratschläge … ich geh mir jetzt mal den neuen Wiener kaufen, damit ich weiß wie ich im Sommer in den Augen anderer hip rüberkomme :-)

Ein offener Brief an Alfons Haider

January 25th, 2010 45 comments

haiderdieses Posting bezieht sich auf eine Aussage von Alfons Haider, welche er am 14.01.2010 in der Sendung Willkommen Österreich von sich gegeben hat.

Er sagte, ihm sei es lieber auf seine Optik reduziert zu werden, als auf seine Sexualität (Anmerkung: Alfons Haider ist homosexuell). Nach seinem Outing habe er ein Jahr alle Jobs verloren und sei vom ORF “hinausgeschmissen” worden. Auf Stermanns Frage nach dem Warum antwortete Haider:

“Weil wir in einem verlogenen, verschissenen Land leben”.

Das sei zwar bereits zwölf Jahre her, aber

“es ist heute so: Wir leben heute in einem Land, wo wie in keinem anderen mitteleuropäischen Land – katholisch – so viele Frauen und Kinder verprügelt werden und diese Gfraster schauen alle zu”, so Haider. “Wir leben in einem Land, wo Flüchtlinge wie Tiere behandelt werden und wieder ausgesiedelt werden. Das ist alles dieses coole, wunderbare Österreich. Aber ich liebe es trotzdem – aber nicht das”,

sagte der Moderator.

An diesem Punkt möchte ich anknöpfen.

Sehr geehrter Herr Haider,

meine Name ist Ali Mahlodji und ich bin für in den Augen vieler Österreicher ein “richtiger Tschusch“.

Ich bin aber auch Perser, Österreicher und Wiener aus Überzeugung, Steuerzahler und im Grunde ein weltoffener Europäer mit Brückenschlagqualitäten zwischen Ost und West.

Ich verstehe Ihre Aussage, welche Sie  in der Sendung “Willkommen Österreich” von sich gegeben haben, bzw. Ihre Motivation dahinter.

Auch ich sehe, dass dieses Land in vielen Punkten nicht immer eine Vorbildwirkung hat und es hier sehr viele offene Baustellen gibt:

  • Frauen und Kinder werden geschlagen, und das tagtäglich.
  • Ausländer werden behandelt wie Tiere, in Auffanglagern zusammengepfercht und behandelt, als wären sie Diebesgut.
  • Eine Ministerin Fekter sorgt in ihrer wichtigen Rolle auch immer öfter für Kopfschütteln.
  • Ein HC Strache kann eigentlich tun was er will und wird nicht eingedämmt – außer er ist bei “Wir sind Kaiser“. Da hat man gesehen, dass er ohne seine Spickzettel und seine Karterln nicht wirklich was am Kasten hat – außer er hat vorher schon 3 Spritzer intus.
  • Wir haben die letzten Jahre aufgrund eines Falles Kampusch und einer im Keller eingeschlossenen Familie (Fall Fritzl) internationales Aufsehen erregt.
  • und auch die Berichterstattung eines Franz Fuchs geht auf unsere Kappe
  • und und und

Ich selbst bin seit knapp 26 Jahren in Österreich, habe die Staatsbürgerschaft und bin seit meinem 18. Lebensjahr berufstätig, zahle Steuern und kann Wienerisch reden als hätte ich Edmund Sackbauers DNA.

Dennoch weiß ich ganz genau, dass diese Argumente nichts zählen, wenn ich einer Gruppe von Rechtsradikalen begegne.

Ist dies aber ein Grund, das Land an sich zu werten? Ist es nicht eher so, dass Negatives sehr gerne breit getreten wird und nur der Kurzsichtige diese auf ein Kollektiv bezieht?

Ich kann mich gut in Sie hineinversetzen, da ich in meiner Zeit in Österreich sehr oft Opfer und Zeuge von unfairer Vorkommnissen geworden bin. Und das Schlimmste war, als jeder nur weg sah und darauf hoffte, dass “irgendwer” es schon richten wird.

Ich habe eine Flucht über die Grenzen der Türkei miterlebt, das Flüchtlingsheim Traiskirchen durchlebt, wurde mit meiner Familie bis zu meinem 11. Lebensjahr in insgesamt 13 unterschiedlichen Wohnungen untergebracht und habe zusehen müssen, wie meine Eltern, welche im Iran Akademiker und Führungskräfte waren, in Wien als Analphabeten behandelt wurden.

Und wenn einige “Freunde” zu mir sagen: “du bist ja eh kein Ausländer Ali, du sprichst deutsch und hast dich super integriert” dreht sich mir alles um. Ich erwidere dann zumeist, ob ihnen denn bekannt ist, dass ich Ali heiße, südländisch aussehe und bei FPÖ Kundgebungen schon mal als braune Sau beschimpft wurde. Alles Dinge, welche im Widerspruch zu einem echten Österreicher stehen.

Dennoch habe ich mit meinem 12. Lebensjahr aufgehört das Land Österreich für irgendeines dieser Dinge verantwortlich zu machen.

Grob gesagt,

solange es auch nur einen Österreicher gibt, der weltoffen und weitsichtig agiert, Missstände aufdeckt, diese anklagt und hilft, solange hat Österreich nichts mit einem beschissenen Land zu tun – nicht annähernd.

Was Sie in Willkommen Österreich bezüglich der Vorkommnisse in diesem Land gesagt haben, stimmt vollkommen. Was aber die Bezeichnung und Kategorisierung als “beschissenes Land” betrifft, muss ich einhaken und darauf bestehen, dass Sie diese Aussage bitte richtig stellen.

Österreich ist kein “beschissenes” Land. Es gibt immer Menschen, welche falsche und unaussprechlich schlimme Dinge tun. Meist sitzen diese sogar in verantwortungsvollen Positionen und ihr Wirken verletzt viele Menschen und verbaut ihnen die Zukunft.

Aber Österreich ist gleich einer tollen Verkehrskreuzung und keiner Einbahnstraße. Eine Verkehrskreuzung, auf welcher jeder selbst entscheiden kann, in welche Richtung es gehen soll. Und zwar ganz ohne gedrängt zu werden (Einfluss der Eltern ausgenommen).

Mir wurde in der Unterstufe von sogenannten “Schulberatern” und “Pädagogen” geraten, doch eine Lehre oder einen Job auf einer Baustelle einzuschlagen. Dies wurde mit meiner “Herkunft” als Flüchtling begründet. Ich hörte immer, ich sei aufgrund meiner Vergangenheit (ich war bitte grad mal 12 Jahre alt) nicht für eine höhere Ausbildung bereit.

Es wäre für mich zu leicht gewesen, alles auf das “beschissene Österreich” zu schieben und innerlich aufzugeben, weil “man ja eh nichts ändern kann”.

Ich hatte aber den Weitblick, mich für das “andere” Österreich zu entscheiden.

  • ein Österreich der Chancen, der Optionen, des Wachstums und der Freiheit.
  • ein Österreich, in dem Bildung nicht nur den Privilegierten zusteht.
  • ein Land, in welchem Studenten mit friedlichen Protesten einen Minister dazu bewegen können, Millionen aus der Notkassa für ihre Anliegen, auszugeben.
  • ein Land, in welchem einer der besten Stürmer Ivica Vastic hieß und im AT-Dress “sein” Land vertreten hat.
  • ein Land, welches Integrationsklassen eingerichtet hat (die Qualität dieser Projekte ist ein anderes Thema)
  • ein Land, in dem jeder entscheiden kann, wohin es gehen soll.
  • ein Österreich mit der Lebensqualität eines 5-Sterne Hotels.
  • ein Österreich mit frischen und kostenlosen Trinkwasser.
  • ein Österreich mit Rechtssicherheit.
  • ein Land, in dem eine Familie bei Jobverlust des Einkommensträger eine Zeit lang vom Staat unterstützt wird.
  • ein Land, in welchem man dem Unmut im Fernsehen Luft machen kann ohne Konsequenzen zu befürchten.
  • ein Land, in dem jede Stimme zählt.

Falls Sie jemals in Kuba oder dem Iran waren, werden Sie wissen, dass diese Menschen uns beneiden. Nicht vorwiegend wegen dem Geld oder unserem Lebensstil. Sondern wegen unserer Freiheit und der Möglichkeit, zu tun, was WIR wollen (solange es gesetzlich erlaubt ist).

In diesen Ländern passieren solche Dinge, welche Sie in “Willkommen Österreich” erwähnt haben, genauso. Nur kommt dort hinzu, dass die Stimme des Volkes nichts zählt und Menschen unter dem Vorwand der Sicherheit, bzw. der Religion wie Schafe geführt werden. Es gibt eine Richtung und entweder ist man dabei oder gleich ein “Extremist”, “ein Regierungsgegner”, “ein Terrorist” und was sonst noch als “Gegner” gilt.

Österreich ist das Land, in welchem ich die Möglichkeit hatte, als Schulabbrecher (ein halbes Jahr vor der Matura hat es mir dann gereicht) zwei Ausbildungen, davon eine akademische, zu absolvieren und gleichzeitig am Arbeitsmarkt aktiv zu werden.

Es ist das Land, welches mir “Tschuschen”, der mit dem Stempel “mach lieber einen Job am Bau” geprägt war, die Möglichkeit gab, mit nur 27 Jahren als internationaler Berater tätig zu sein.

Ich habe in all diesen Jahren sehr oft Widerstand und Skepsis gegen meine Person erlebt, aber ich habe mich immer wieder entschieden, MEIN Österreich zu nutzen und es zu bereichern. Denn nur mit diesem Denken öffnet sich das positive und das lebenswerte … eben auch in Österreich.

Österreich hat es nicht verdient, mit dem Wort “beschissen” in Verbindung gebracht zu werden. Auch wenn so manches “beschissene” in unseren Breitengraden passiert.

Beschimpfen Sie nicht ein ganzes Land und das damit verbundene Volk. Niemand hat es verdient mit schwarzen Schafen in einen Topf geworfen zu werden.

Ich wünsche Ihnen ein schönes 2010 und freue mich über einen Gedankenaustausch. Am Besten in einem richtigen Wiener Beisl :-)

Besten Gruss,

Ali Mahlodji

PS: es vergeht auch heute teilweise kein Monat, in dem ich nicht darauf hingewiesen werde, “hier nicht dazuzugehören” – aber ich nehme mir nicht die Zeit, mich auf diese Wertung einzulassen

Superhelden gewünscht – das wahre Gesicht in der Krise

September 20th, 2009 No comments

Es ist (immer noch) Weltwirtschaftskrise und ich wollte daran eigentlich nicht teilnehmen.

Aber egal ob es das Fernsehen, das Radio oder etwaige digitale Medien sind, überrannt wird man von diesem Thema Tag ein, Tag aus.

krise

Hinzu kommt, dass die Weltwirtschaftkrise auch gerne als die Wurzel allen Übels herhalten muss. Zum Glück habe ich noch keine erfolglose Fussballmannschaft gesehen, deren Trainer sich auf die Krise ausredet :-)

Gerade in vielen Unternehmen zeigt die Krise, welche Potential im Management steckt. Es ist vollkommen klar, dass viele Unternehmen hart getroffen wurden und daher Einschnitte notwendig, ja sogar überlebenswichtig, waren.

Kosten zu sparen ist nicht falsch, jedoch kommt es darauf an, wie man diese Optimierung der Ressourcen umsetzt und worauf der Fokus gesetzt wird.

Um es kurz zu machen … Kostenersparnis mit Kündigungen und Einsparungen im Peoplemanagement gleich zu setzen ist etwas sehr kurzfristig. Vor allem, wenn diese Unternehmen in anderen kostenfressenden Bereichen keine signifikanten Einsparungen vornehmen, sondern mit Augenauswischerei die Kostenstruktur rechtfertigen.

Ich habe in meinem beruflichen und privaten Leben eines gelernt:

In Krisenzeiten zeigt sich gutes Management, gute Führung und intelligente Kommunikation.

Etwas salopp formuliert … in (relativ) krisenfreien Zeiten ist es einfach, “gute Ergebnisse” zu erzielen. Die wahre Stärke guter und nachhaltiger Manager zeigt sich aber genau in den Zeiten, in denen Rückgrat gefordert ist.

In Diskussionen erlebe ich immer wieder diese kurzfristige Denkweise und die abenteuerlichsten Ausreden. Natürlich sind Entlassungen eine Möglichkeit, signifikant Kosten zu senken, aber es darf einfach nicht die erste Option sein, welche herangezogen wird.

Mitarbeiter binden sich nicht nur über einen Lohnzettel an das Unternehmen.

Was Unternehmen als Motivation und eigenem Antrieb gerne von Mitarbeitern fordern, dürfen sie in Krisenzeiten nicht abwerten, indem sie Mitarbeiter als reine Kostenstelle ansehen.

Nicolas Hayek, Gründer und Boss von Swatch, dem schillernden Uhrenhersteller aus der Schweiz, hat vor Kurzem in einem Interview angeführt, dass sein Unternehmen aufgrund der Krise keine Leute entlässt. Er gibt offen zu, dass die Krise sein Unternehmen genauso hart getroffen hat, wie viele andere Unternehmen auch.

SCHWEIZ SWATCHHayek erklärt, dass Mitarbeiter eine Investition sind und Swatch beim Eintritt der Krise vorerst andere Bereiche, als die der Personalstruktur, stark unter die Lupe genommen hat. Dies ist natürlich eine Aussage, welche auch das eine odere andere Unternehmen von sich gegeben hat, bevor tausende Personen entlassen wurden und wenige Monate drauf gigantische Mega-KickOffs in Übersee abgehalten wurde.

Jedoch ging Swatch einen Schritt weiter und war sich die ganze Zeit über bewusst, dass die Krise nicht die Regel, sondern die Ausnahme ist und damit irgendwann vorbei sein wird. Hayek und sein Team wissen, dass man Vertrauen der Mitarbeiter nur Stärken kann, wenn man auch in schlechten Zeiten zueinander steht. Mit diesem Denken in der Unternehmensführung wird kurzfristiges Handeln (hoffentlich) nicht als Lösung herangezogen.

Unternehmen, welche heute Wissensträger entlassen (“die Krise zwingt uns dazu”) und diese dann in einem halben Jahr wieder einstellen (gibt es wirklich!), haben Nachhaltigkeit und intelligentes Management nicht verstanden.

Die Krise hat viele Leute sehr hart getroffen und wird dies sicher noch tun. Und ich halte die Daumen, dass es nicht mehr viele Menschen sein werden, die diese Auswirkungen zu spüren bekommen, aber eines muss uns immer bewusst sein:

Krisen passieren und die meisten davon können wir nicht beeinflussen … wir können aber beeinflussen WIE wir reagieren.

Sei dies jetzt im kleinen, privaten Kreis oder in einer Managementfunktion.

Einschnitte sind sehr hart, aber Vertrauen und Stärke dürfen nicht durch unintelligentes Optimieren aufs Spiel gesetzt werden.

“Vorurteile höre ich nicht mehr” – Rassismus unleashed

September 19th, 2009 1 comment

Im Karrierenteil vom heutigen Kurier (19. September 2009) ist auf der letzten Seite ein Bericht über Olugbenga Oduala zu finden, der mich zu diesem Blogeintrag bewogen hat.

Olugbenga Oduala ist seines Zeichens Porr-Vorstand und damit der einzige Afrikaner, der es ins Top-Management der heimischen Industrie geschafft hat.

Er kam als Flüchtling nach Österreich, hat hier die Matura absolviert und danach gleich ein Studium an der TU Wien absolviert und es in nur 20 Jahren an die Spitze der Porr geschafft.

Für viele, die dies nicht wussten, eine unglaubliche Geschichte einer Ausnahmeerscheinung. Darauf angesprochen, sagt er selbst

“Ich bin keine Ausnahme. Viele Afrikaner sind mindestens so gescheit wie ich”.

Eine Aussage von Oduala, welche mich zum Nachdenken gebracht hat, ist seine Reaktion auf das Thema Vorurteile, welche aus Rassismus entstehen: “Im oberen Management gibt es auch Rassismus. Der ist aber feiner. Da geht es um den Tonfall.”

Olugbenga_Oduala_PORR

Oduala inspiriert mich, weil er dieses Thema nicht runterspielt, sondern sehr wohl sagt, dass es ihm genauso ergeht wie vielen anderen Ausländern.

Eine Sache, die ich leider seit Jahren immer wieder höre, ist

“ach Ali, du bist doch gar kein Ausländer mehr. Du sprichst perfekt Deutsch, bist integriert und hast ja auch die Staatsbürgerschaft”.

Dies höre ich zumeist, wenn ich Hetze gegen Ausländer anprangere und dies schon im kleinsten Kreis, sei es beruflicher oder privater Natur, empfinde.

Darauf erwidere ich dann zumeist

“ob das auch 5 Neo-Nazis in mir sehen, wenn wir uns Nachts begegnen?”.

Etwas provokant formuliert, aber leider Tatsache. Für meinen Bekanntenkreis (privat und beruflich) gibt es dieses Ausländerhetz-Problem nicht mehr, da ich es  in ihren Augen “geschafft habe”, es vom Flüchtlingskind aus Traiskirchen zum Akademiker mit einem Spitzenjob in einem internationalen Unternehmen zu bringen.

Wenn aber ein Olugbenga Oduala, der es in den Augen vieler, ganz an die Spitze geschafft hat, von seiner Position aus erzählt, dass ihm dies auch immer wieder begegnet, dann kann ich nur sagen, dass es niemals aufhören wird, solange Hetze und Mobbing ein Teil unserer Gesellschaft sind.

Jede Aussage a la

“ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber [... bitte hier irgendein Vorurteil einfügen ...]“

trägt dazu bei, dass das Thema Rassismus einen Nährboden bekommt. Einen Nährboden, der gefährlich ist, weil er schleichend zum Selbstverständlichen führt. Nähmlich der Toleranz von ausländerfeindlichen Äußerungen.

Es ist im Grunde egal, ob man in einem Dorf in einer kleinen Kneipe arbeitet, oder bei einem internationalen Konzern. Vorurteile existieren überall wo es Menschen gibt, weil Vorurteile einfach menschlich sind. Auch wenn man es von außen her “schon längst geschafft hat, sich zu integrieren und zu etablieren”.

rassismus

Rassismus und “Anders-sein” geht Hand in Hand mit der teilweise vorhandenen Angst vor Diversity. Sei dies jetzt auf Homosexualität oder der Unterscheidung Mann/Frau bezogen. Mit Menschen auszukommen, die anders sind, macht vielen Angst und zeigt sich dann in Äußerungen und Aktionen, welche diese “anderen” Menschen verletzen und ausgrenzen.

Anstatt in diesem Unterschied eine Chance des Wachsens und der Lernens zu empfinden, wird nur allzu oft eine Wand der Ignoranz aufgezogen.

logo_diversitysearchDas Personalberatungsunternehmen Secretary Search mit Sitz in Wien, nimmt sich dieses Themas bewusst an und hat daher die Plattform Diversity Search ins Leben gerufen, welches das Thema “Diversity in Unternehmen” zurecht als Chance und Möglichkeit sieht. In Kürze wird es hier eine Umfrage mit dem Inhalt “Der Stellenwert von Diversity Management in österreichischen Unternehmen” geben, auf dessen Ergebnisse ich schon sehr gespannt bin.

Mal sehen, ob diese Ergebnisse vieles von dem wiederspiegeln, was nur allzuoft unter den Tisch gekehrt wird.

Schönes Wochenende :-)

Arbeiten auf der Sonnenseite des Lebens

April 30th, 2009 2 comments

sun-microsystems-philippines

Es gibt Arbeitgeber, es gibt Unternehmen und es gibt Freiraeume …  Orte, an denen berufliche Herausforderungen und eigene Ideen Hand in Hand gehen koennen. So ein Ort ist Sun Microsystems.

Ich bezeichne Sun, meinen Arbeitgeber, als Ort weil es ein globales Unternehmen mit globalen Kunden und globalen Partner ist.

Aber das ist nicht alles, was Sun ausmacht und aus der Menge hervorstechen laesst.

Es faengt damit an, dass man die intelligentesten Menschen der Branche mit den kreativsten zusammenbringt und dabei einen Mehrwert schafft. Einen Mehrwert, der Nachhaltigkeit und Gutes hinterlaesst. Sowohl fuer unsere Kunden als auch fuer unsere Gesellschaft.

img_07721Fuer Kunden durch ein breites Portfolio, aber auch durch intelligente Loesungen und fuer die Gesellschaft durch Ansaetze, welche z.B. der Umweltverschmutzung entgegen wirken. Und zwar mit der Vision “The network is the computer”, welche vor ueber 20 Jahren ins Leben gerufen wurde und heute mehr denn je gilt.

Alles Punkte und Werte an die ich glaube.

Letzte Woche wurde Sun durch Oracle aquiriert. Ein Kauf, der alle tektonischen Platten der IT Branche gehoerig ins Wanken bringt und definitiv eine sehr interessante Konstellation bedeutet. Zugegeben, nach den Geruechten um IBM war Oracle eine Ueberraschung, aber durchaus eine positive!

Dass auf meiner Visitenkarte Oracle stehen wuerde haette ich mir ja nicht so schnell gedacht, auch wenn Oracle zu einem von 5 Unternehmen gehoert, bei dem ich schon immer arbeiten wollte. Zumindest brauche ich mich jetzt nicht mehr bewerben :-)

Ich war vor Kurzem in Deutschland in unserer Muenchner Niederlassung und bin dort an einige nette Geschichten bei Sun erinnert worden. Viele wissen, dass ich derzeit meinen 2. Fruehling bei Sun geniesse. Ich war das erste Mal schon vor knapp 5 Jahren bei Sun, damals aber im Projektmanagement und habe Sun dann wegen meinem Zivildienst verlassen muessen. Ich wurde vor knapp einem Jahr als technischer Berater wieder ins Team von Sun Oesterreich geholt und habe meinen Einstieg gleich mal mit einem Abstecher nach LasVegas begonnen.

Ich moechte hier nochmal die besten Szenen meiner bisherigen Sun Zeit festhalten, bevor die Farbe violet zu rot wird und fuer mich eine neue Zeit in einem noch groesseren Unternehmen beginnt :-)

BestOf Ali@Sun:






Die naechsten “Unternehmens”-Fotos gibts von Sun/Oralce :-)

lg,

Ali