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Ein offener Brief an Alfons Haider

January 25th, 2010 Leave a comment Go to comments

haiderdieses Posting bezieht sich auf eine Aussage von Alfons Haider, welche er am 14.01.2010 in der Sendung Willkommen Österreich von sich gegeben hat.

Er sagte, ihm sei es lieber auf seine Optik reduziert zu werden, als auf seine Sexualität (Anmerkung: Alfons Haider ist homosexuell). Nach seinem Outing habe er ein Jahr alle Jobs verloren und sei vom ORF “hinausgeschmissen” worden. Auf Stermanns Frage nach dem Warum antwortete Haider:

“Weil wir in einem verlogenen, verschissenen Land leben”.

Das sei zwar bereits zwölf Jahre her, aber

“es ist heute so: Wir leben heute in einem Land, wo wie in keinem anderen mitteleuropäischen Land – katholisch – so viele Frauen und Kinder verprügelt werden und diese Gfraster schauen alle zu”, so Haider. “Wir leben in einem Land, wo Flüchtlinge wie Tiere behandelt werden und wieder ausgesiedelt werden. Das ist alles dieses coole, wunderbare Österreich. Aber ich liebe es trotzdem – aber nicht das”,

sagte der Moderator.

An diesem Punkt möchte ich anknöpfen.

Sehr geehrter Herr Haider,

meine Name ist Ali Mahlodji und ich bin für in den Augen vieler Österreicher ein “richtiger Tschusch“.

Ich bin aber auch Perser, Österreicher und Wiener aus Überzeugung, Steuerzahler und im Grunde ein weltoffener Europäer mit Brückenschlagqualitäten zwischen Ost und West.

Ich verstehe Ihre Aussage, welche Sie  in der Sendung “Willkommen Österreich” von sich gegeben haben, bzw. Ihre Motivation dahinter.

Auch ich sehe, dass dieses Land in vielen Punkten nicht immer eine Vorbildwirkung hat und es hier sehr viele offene Baustellen gibt:

  • Frauen und Kinder werden geschlagen, und das tagtäglich.
  • Ausländer werden behandelt wie Tiere, in Auffanglagern zusammengepfercht und behandelt, als wären sie Diebesgut.
  • Eine Ministerin Fekter sorgt in ihrer wichtigen Rolle auch immer öfter für Kopfschütteln.
  • Ein HC Strache kann eigentlich tun was er will und wird nicht eingedämmt – außer er ist bei “Wir sind Kaiser“. Da hat man gesehen, dass er ohne seine Spickzettel und seine Karterln nicht wirklich was am Kasten hat – außer er hat vorher schon 3 Spritzer intus.
  • Wir haben die letzten Jahre aufgrund eines Falles Kampusch und einer im Keller eingeschlossenen Familie (Fall Fritzl) internationales Aufsehen erregt.
  • und auch die Berichterstattung eines Franz Fuchs geht auf unsere Kappe
  • und und und

Ich selbst bin seit knapp 26 Jahren in Österreich, habe die Staatsbürgerschaft und bin seit meinem 18. Lebensjahr berufstätig, zahle Steuern und kann Wienerisch reden als hätte ich Edmund Sackbauers DNA.

Dennoch weiß ich ganz genau, dass diese Argumente nichts zählen, wenn ich einer Gruppe von Rechtsradikalen begegne.

Ist dies aber ein Grund, das Land an sich zu werten? Ist es nicht eher so, dass Negatives sehr gerne breit getreten wird und nur der Kurzsichtige diese auf ein Kollektiv bezieht?

Ich kann mich gut in Sie hineinversetzen, da ich in meiner Zeit in Österreich sehr oft Opfer und Zeuge von unfairer Vorkommnissen geworden bin. Und das Schlimmste war, als jeder nur weg sah und darauf hoffte, dass “irgendwer” es schon richten wird.

Ich habe eine Flucht über die Grenzen der Türkei miterlebt, das Flüchtlingsheim Traiskirchen durchlebt, wurde mit meiner Familie bis zu meinem 11. Lebensjahr in insgesamt 13 unterschiedlichen Wohnungen untergebracht und habe zusehen müssen, wie meine Eltern, welche im Iran Akademiker und Führungskräfte waren, in Wien als Analphabeten behandelt wurden.

Und wenn einige “Freunde” zu mir sagen: “du bist ja eh kein Ausländer Ali, du sprichst deutsch und hast dich super integriert” dreht sich mir alles um. Ich erwidere dann zumeist, ob ihnen denn bekannt ist, dass ich Ali heiße, südländisch aussehe und bei FPÖ Kundgebungen schon mal als braune Sau beschimpft wurde. Alles Dinge, welche im Widerspruch zu einem echten Österreicher stehen.

Dennoch habe ich mit meinem 12. Lebensjahr aufgehört das Land Österreich für irgendeines dieser Dinge verantwortlich zu machen.

Grob gesagt,

solange es auch nur einen Österreicher gibt, der weltoffen und weitsichtig agiert, Missstände aufdeckt, diese anklagt und hilft, solange hat Österreich nichts mit einem beschissenen Land zu tun – nicht annähernd.

Was Sie in Willkommen Österreich bezüglich der Vorkommnisse in diesem Land gesagt haben, stimmt vollkommen. Was aber die Bezeichnung und Kategorisierung als “beschissenes Land” betrifft, muss ich einhaken und darauf bestehen, dass Sie diese Aussage bitte richtig stellen.

Österreich ist kein “beschissenes” Land. Es gibt immer Menschen, welche falsche und unaussprechlich schlimme Dinge tun. Meist sitzen diese sogar in verantwortungsvollen Positionen und ihr Wirken verletzt viele Menschen und verbaut ihnen die Zukunft.

Aber Österreich ist gleich einer tollen Verkehrskreuzung und keiner Einbahnstraße. Eine Verkehrskreuzung, auf welcher jeder selbst entscheiden kann, in welche Richtung es gehen soll. Und zwar ganz ohne gedrängt zu werden (Einfluss der Eltern ausgenommen).

Mir wurde in der Unterstufe von sogenannten “Schulberatern” und “Pädagogen” geraten, doch eine Lehre oder einen Job auf einer Baustelle einzuschlagen. Dies wurde mit meiner “Herkunft” als Flüchtling begründet. Ich hörte immer, ich sei aufgrund meiner Vergangenheit (ich war bitte grad mal 12 Jahre alt) nicht für eine höhere Ausbildung bereit.

Es wäre für mich zu leicht gewesen, alles auf das “beschissene Österreich” zu schieben und innerlich aufzugeben, weil “man ja eh nichts ändern kann”.

Ich hatte aber den Weitblick, mich für das “andere” Österreich zu entscheiden.

  • ein Österreich der Chancen, der Optionen, des Wachstums und der Freiheit.
  • ein Österreich, in dem Bildung nicht nur den Privilegierten zusteht.
  • ein Land, in welchem Studenten mit friedlichen Protesten einen Minister dazu bewegen können, Millionen aus der Notkassa für ihre Anliegen, auszugeben.
  • ein Land, in welchem einer der besten Stürmer Ivica Vastic hieß und im AT-Dress “sein” Land vertreten hat.
  • ein Land, welches Integrationsklassen eingerichtet hat (die Qualität dieser Projekte ist ein anderes Thema)
  • ein Land, in dem jeder entscheiden kann, wohin es gehen soll.
  • ein Österreich mit der Lebensqualität eines 5-Sterne Hotels.
  • ein Österreich mit frischen und kostenlosen Trinkwasser.
  • ein Österreich mit Rechtssicherheit.
  • ein Land, in dem eine Familie bei Jobverlust des Einkommensträger eine Zeit lang vom Staat unterstützt wird.
  • ein Land, in welchem man dem Unmut im Fernsehen Luft machen kann ohne Konsequenzen zu befürchten.
  • ein Land, in dem jede Stimme zählt.

Falls Sie jemals in Kuba oder dem Iran waren, werden Sie wissen, dass diese Menschen uns beneiden. Nicht vorwiegend wegen dem Geld oder unserem Lebensstil. Sondern wegen unserer Freiheit und der Möglichkeit, zu tun, was WIR wollen (solange es gesetzlich erlaubt ist).

In diesen Ländern passieren solche Dinge, welche Sie in “Willkommen Österreich” erwähnt haben, genauso. Nur kommt dort hinzu, dass die Stimme des Volkes nichts zählt und Menschen unter dem Vorwand der Sicherheit, bzw. der Religion wie Schafe geführt werden. Es gibt eine Richtung und entweder ist man dabei oder gleich ein “Extremist”, “ein Regierungsgegner”, “ein Terrorist” und was sonst noch als “Gegner” gilt.

Österreich ist das Land, in welchem ich die Möglichkeit hatte, als Schulabbrecher (ein halbes Jahr vor der Matura hat es mir dann gereicht) zwei Ausbildungen, davon eine akademische, zu absolvieren und gleichzeitig am Arbeitsmarkt aktiv zu werden.

Es ist das Land, welches mir “Tschuschen”, der mit dem Stempel “mach lieber einen Job am Bau” geprägt war, die Möglichkeit gab, mit nur 27 Jahren als internationaler Berater tätig zu sein.

Ich habe in all diesen Jahren sehr oft Widerstand und Skepsis gegen meine Person erlebt, aber ich habe mich immer wieder entschieden, MEIN Österreich zu nutzen und es zu bereichern. Denn nur mit diesem Denken öffnet sich das positive und das lebenswerte … eben auch in Österreich.

Österreich hat es nicht verdient, mit dem Wort “beschissen” in Verbindung gebracht zu werden. Auch wenn so manches “beschissene” in unseren Breitengraden passiert.

Beschimpfen Sie nicht ein ganzes Land und das damit verbundene Volk. Niemand hat es verdient mit schwarzen Schafen in einen Topf geworfen zu werden.

Ich wünsche Ihnen ein schönes 2010 und freue mich über einen Gedankenaustausch. Am Besten in einem richtigen Wiener Beisl :-)

Besten Gruss,

Ali Mahlodji

PS: es vergeht auch heute teilweise kein Monat, in dem ich nicht darauf hingewiesen werde, “hier nicht dazuzugehören” – aber ich nehme mir nicht die Zeit, mich auf diese Wertung einzulassen

  1. January 26th, 2010 at 01:35 | #1

    @ViceAustria Beitrag ist jetzt online, Link ist http://ow.ly/10cXc – bitte um ehrliches Feedback, bzw. Erweiterungen :-)

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  2. January 26th, 2010 at 01:49 | #2

    LESE- & RT-PFLICHT! RT @mahlo: Ein offener Brief an #AlfonsHaider http://ow.ly/10cw6 #beschissenesÖsterreich #fb

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  3. January 25th, 2010 at 17:59 | #3

    Ich bin von diesem Beitrag sehr berührt. Vor allem berührt mich, daß Sie- der sie durchaus auch schlechte Erfahrungen mit Österreich machen und gemacht habe- eine dermaßen positive Sicht zeichnen. Mir gefällt vor allem der Punkt, daß wir um die Freiheit beneidet werden.
    Ich für meinen Teil- ich bin Österreicherin, Enkelin einer im 2. Weltkrieg geflüchteten Frau- kann Alfons Haider allerdings gut verstehen. Als schwuler Mann hatte man bis vor ein paar Jahren die Freiheit dies zu verschweigen- hat man das nicht oder konnte man das nicht, weil man eine ölffentliche Person war, dann ging man nach dem Outing durch die Hölle. Ich kennen viele Fälle dieser Art. Ich war schockiert über seinen Bericht, daß seine Mutter angegriffen wurde wegen der “schwulen Sau”, wie er erzählte.
    Sicher gibt es in Österreich offene Menschen und Menschen mit einem solidarischen Wertesystem. Aber – wie die Erfolge der FPÖ zeigen- ist alles was anders ist, was irgendwie fremd ist, den ÖsterreicherInnen ein Dorn im Auge.
    Manchmal braucht es Aussagen wie die des beliebten Alfons Haider, damit Herr und Frau Österreicher aufwachen und ihre Gehirnwindungen einschalten.

  4. January 25th, 2010 at 19:14 | #4

    Hallo Sonja,

    das stimmt absolut, dass wir immer wieder einen “Wecker” benötigen. Aber wir wissen alle, dass radikale Aussagen sehr gerne verwendet werden, um die eigene Aussage noch mehr zu stützen.

    Ignoranz ist manchmal ein sehr gutes Zeichen um Personen, welche Missstände vorantreiben, in die Schranken zu weisen. Wen angegriffene Personen nicht auf das Spiel einsteigen, dann gibt es nur einen Verlierer – nämlich diejenigen, welche nicht gehört werden.

    Das mit Herrn Haiders Mutter tut mir selbst sehr leid, da ich ich selbst mitbekommen habe, wie schlimm es ist, einer Randgruppe anzugehören und dann mitzubekommen, wie die eigenen Eltern (in meinem Fall mein Vater) angegriffen werden.

    Die liebe FPÖ ist unglaublich gut – unglaublich gut darin, den Neid, die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit und die Schuldzuweisung an die “Anderen” zu fördern.
    Ich denke mir manchmal, ob es nicht einfach gut wäre, dieser Partei keine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, wenn diese mal wieder hinausschreit, was denn der “wahre Österreicher” laut Herrn Strache denkt.

    Danke für Ihren aufrichtigen Kommentar. Ich hoffe, dass dieses Thema und die verschiedenen Zugänge dazu eine intelligente Diskussion vorantreiben, welche nach allen Richtungen offen ist und keiner Seite den Vorzug gibt.

    Besten Gruss,
    Ali Mahlodji

  5. January 25th, 2010 at 19:41 | #5

    Hallo Ali,

    ich habs zwar schon auf Facebook gesagt, möchte es hier aber auch nochmal tun. Ein sehr bewegend geschriebener authentischer Beitrag in dem du genau die richtigen Worte gefunden hast, um Tatsachen anzusprechen und das in einem Stil der, anders wie bei anderen die diese Themen aufgreifen, nicht unter die Gürtellinie geht.

    Ein großes Kompliment!

    Beste Grüße,
    Hannes

  6. January 25th, 2010 at 20:35 | #6

    Ein offener Brief an #AlfonsHaider http://ow.ly/10fvZ #beschissenesÖsterreich #fb

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  7. January 25th, 2010 at 20:42 | #7

    Leseempfehlung. RT @mahlo: Ein offener Brief an #AlfonsHaider http://ow.ly/10cw6 #beschissenesÖsterreich #fb

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  8. Stanimira Markova
    January 25th, 2010 at 21:33 | #8

    Respekt!! von einer vollblütigen Tschuschin!!!

  9. January 26th, 2010 at 06:18 | #9

    Bravo, ein Retweeting wert!RT @mahlo Ein offener Brief an @AlfonsHaider http://ow.ly/10fvZ #beschissenesÖsterreich

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  10. January 26th, 2010 at 07:04 | #10

    Als echter Österreicher muss man das gelesen haben! Ein offener Brief an #AlfonsHaider http://ow.ly/10fvZ #beschissenesÖsterreich via @mahlo

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  11. January 25th, 2010 at 23:42 | #11

    Ein offener Brief an @AlfonsHaider http://ow.ly/10fvZ #beschissenesÖsterreich (via @NikoAlm) RT @eviltutor

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  12. January 26th, 2010 at 01:47 | #12

    frisch gebloggt Ein offener Brief an Alfons Haider – dieses Posting bezieht sich auf eine Aussage von Alfons Haider… http://ow.ly/16q6pN

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  13. January 26th, 2010 at 10:01 | #13

    Viel Spaß im nächsten Wiener Beisl! Lesenswerter Brief von @mahlo an Alfons Haider: http://ow.ly/16q6pN (das “verlogene” stimmt trotzdem ;)

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  14. heinz
    January 26th, 2010 at 09:59 | #14

    lieber ali,
    es kommt mir vor, dass sie in irgendeinem anderen österreich leben, von dem ich keine kenntnis habe.

    mit eingeschränkter freiheit wurden sie noch hier nie konfrontiert? noch nie einer zensur durch den orf gewahr? es ist ihnen entgangen, dass über uns einfach drüberregiert wird? auch politische und materielle korruption sowie das niederschlagen von u-ausschüssen ist ihnen fremd? fällt auch die justiz urteile nach ihrem rechtsempfinden? was meinen sie mit “WIR können entscheiden, wohin es gehen soll”? z. b. die volksabstimmung über den eu-vertrag? gibt es für sie auch keine auswirkungen des überbordenden föderalismus, des gesundheitssystems, der pensionsfinazierung? eine seit jahrzehnten verschleppte, dringend notwendige reform
    der krankenkassen und des ganzen administrativen systems? bei den öbb und den banken hat alles seine richtigkeit? auch frage ich mich, wo sie ihr kostenloses trinkwasser her nehmen. ich kann mir nicht vorstellen, dass sie schon einmal eine konsumenten sendung gesehen haben, da würden sie die rechtssicherheit anders beurteilen. und durften sie schon einmal im tv ihre meinung kundtun? nein, das dürfen nur politiker, wirtschaftspersönlichkeiten, sportler und künstler!

  15. January 26th, 2010 at 10:14 | #15

    Hallo Hannes,

    danke für die Blumen :-)

    Ich hoffe aufrichtig, Menschen dazuzubringen, über das alles mal rein objektiv nachzudenken. Schuldzuweisungen sind der falsche Weg der Gesellschaft – Toleranz, Kooperation und der richtige Wille zählen.

    Danke für den RT

    lg Ali

    @Hannes Treichl

  16. January 26th, 2010 at 10:33 | #16

    Hallo Heinz,

    danke für die klaren und ehrlichen Worte.

    All diese Dinge, welche du angeführt hast, sind mir nur mehr als einmal untergekommen.
    Wir müssen aber den Dingen ins Auge sehen. Eine perfekte Regierung, ein perfektes Sozialsystem, ein perfektes Anti-Korruption Gesetz, etc. gibt es einfach nicht und wird es in absehbarer Zeit auch nicht geben.

    Das Leben besteht aus Kompromissen und der Sichtweise, wie man diese behandelt und angeht.

    Über unsere Politik kann ich persönlich derzeit auch nur den Kopf schütteln, aber entweder versuche ich es zu ändern (mittels meiner Stimme) oder ich versuche das Beste daraus zu machen.

    Österreich ist in vielen Punkten nicht perfekt und wird es auch nie sein, aber was meine Aussage “WIR können entscheiden, wohin es gehen soll” betrifft, bleibe ich dabei, dass jedem alle Türen offen stehen.

    Sie können sich nicht vorstellen, wie oft ich selbst vor verschlossenen Türen gestanden bin – und schon aufgeben wollte. Aber in dieser Zeit habe ich Geduld gelernt und dies hat mir den Atem gegeben, solange weiterzumachen, bis ich meine Ziele erreicht hatte.

    Der ORF unterliegt einer Zensur – schon möglich, aber es geht auch hier darum, den Großteil der Masse zu erreichen. Ob dies immer im Sinne des Individuums ist kann ich mir selbst auch nicht vorstellen. Zu groß ist hier die Streuung der Zielpublikums.

    Aber seien wir uns ehrlich, die Welt hat sich weitergedreht und wir sind auf der Informationsseite nicht nur mehr vom ORF abhängig. Zwingt sie jemand dazu den ORF einzuschalten? Es gibt sogar Menschen, welche ganz und gar ohne Fernseher überleben können (nein, die wohnen nicht in Höhlen).

    Die Essenz meines Postings ist … wir können uns über alles aufregen und zwar den ganzen Tag. Aber was bringt es am Ende des Tages dem Kollektiv und uns selbst? Meist nur Frust. Mein Ansatz ist, alles realistisch zu sehen und genau hier die Stärken zu stärken und die Schwächen in den Griff zu bekommen.
    Für Letzteres haben wir als Einzelpersonen nicht immer die Macht, aber wir haben eine Stimme.

    Ich bin in meinem Leben viel gereist und komme selbst aus dem Iran.
    Die Probleme, welche wir hier haben, sind dort Peanuts. Ich werte hiermit unsere Probleme in AT nicht ab, aber wir sind Menschen – alle auf einer Erde Zuhause und manchmal überqueren wir auch Grenzen.
    Daraus sollten wir lernen – Probleme gibt es, ja … diese Ernst zu nehmen ist unsere Pflicht.
    Aber unseren Tagesablauf und unser Gemüt davon prägen zu lassen … das ist Fahrlässig.

    LG und danke nochmals für deinen Kommentar,
    Ali

    @heinz

  17. Lukas
    January 26th, 2010 at 12:19 | #17

    Lieber Ali!

    Dein offener Brief hat mich sehr berührt und ich bin von deiner Einstellung und deiner Lebensphilosophie ehrlich begeistert und würde es begrüßen wenn jeder (und damit meine ich wirklich jeder) so optimistisch und positiv in die Zukunft blicken würde.

    Alles Liebe
    Lukas

  18. January 26th, 2010 at 21:00 | #18

    Ein offener Brief an #AlfonsHaider http://ow.ly/10cyn #beschissenesÖsterreich #fb

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  19. January 26th, 2010 at 21:13 | #19

    Hallo Lukas,

    danke dir fuer die ehrlichen Worte – bedeutet mir sehr viel!

    LG
    Ali

    @Lukas

  20. heinz
    January 27th, 2010 at 19:13 | #20

    lieber ali,

    ihre bemühungen, “unser” land fast ein wenig zu beschützen, ehrt sie.
    nur leider habe ich am ende meiner ausführungen das “und und und und…” vergessen. es wäre noch lange fotzusetzen.

    welche hervorragende rolle österreich und die komplette eu, sowie alle großen, vorwiegend it unternehmen, bei ihren handlangerdiensten für den iran geleistet haben, wird ja ständig übergangen. jacques chirac z. b. hat die ersten atom-zentrifugen in diese region verkauft und dann hat er aufgeschrien!

    aber es soll so sein wie es ist, wenn’s nicht schlechter wird.

    lg

    heinz

  21. January 27th, 2010 at 20:19 | #21

    Hallo Heinz,

    danke für die Antwort.

    Ich versuche nicht, Österreich zu beschützen. Aber aufgrund meines Backgrounds und einer damit verbundenen Unabhängigkeit, vergleiche ich eben auch Länder untereinander, ohne mich auch nur einem einzigen besonders zugeordnet zu fühlen. Wenn Sie mich fragen, woher ich komme, sage ich: “im Iran geboren, in Österreich aufgewachsen, aber von der Nationalität her Europäer.”

    Ihre Meinung ist mir sehr wichtig, da diese die Sache aus einem sehr interessanten und auch korrekten Standpunkt betrachtet. Daher nehme ich Ihre Ansichten und versuche diese mit meinem Denken zu kombinieren.
    Die Fülle der verschiedenen Ansichten gibt einer Sache erst Farbe und macht es Diskussions-würdig.

    Wir alle wissen, dass genug Mist passiert und dieser je nachdem wie es gefällt positiv oder negativ ausgelegt wird. Und das ist im Grunde wahre Heuchelei.

    Daher mein Aufruf, die eigenen Möglichkeiten zu nutzen und das Beste herausholen. Natürlich niemals vergessen, dass es Missstände gibt – aber sich den Tagesablauf nicht von diesen diktieren lassen.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn wir diese Diskussion bei einem Cafe, Tee, etc. fortführen könnten, da Sie mir als sehr zeitgemäßer Diskussionspartner vorkommen.

    Besten Gruß,
    Ali

  22. January 28th, 2010 at 05:46 | #22

    Erinnert ihr euch an Alfons Haiders “beschissenes Österreich”? Ich fand das gut. @mahlo nicht. lest und denk mal nach: http://ow.ly/10fvZ

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  23. January 28th, 2010 at 18:44 | #23

    lieber ali,

    gerne nehme ich die anregung auf, die diskussion bei einem kaffee in einem cafe fortzuführen.

    auf meiner website kann man mir eine e-mail schreiben: http://www.heinz-paul.at

    liebe grüße

    heinz

  24. January 29th, 2010 at 08:57 | #24

    Kam erst jetzt dazu Blog von @mahlo zu lesen. Alfons Haider und das verschissene Land. Ich grüble und sag: Lesepflicht! http://bit.ly/aucO0r

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  25. veronika konrad
    January 29th, 2010 at 09:22 | #25

    dass alfons haider damals aus dem orf rausgeschmissen wurde, seine mutter bedroht wurde, das alles finde ich sehr schlimm. seine aussage ist seine ganz persönliche. draus höre ich die verletzung die ihm und seiner mutter passiert sind.
    dass homosexuelle in österreich immer noch wie virenschleuder behandelt werden finde ich beschämend. gerade von einem “aufgeklärten” staat wie österreich erwarte ich mir gegenteiliges.

  26. January 29th, 2010 at 09:25 | #26

    lieber ali!

    danke für diese sehr persönlichen ausführungen, die ein beeindruckendes bild der möglichkeiten zeichen, ohne die hürden auszublenden.

    ich will nicht für alfons haider sprechen, kann aber dessen emotionale äusserung verstehen. in einer talkshow kann schon mal was viel pointierter formuliert werden, als es im differenzierten persönlichen gespräch vielleicht der fall wäre.

    ich finde gut, dass auf öffentlicher bühne wieder einmal auf einen umstand aufmerksam gemacht wurde, dass sich da was verändern muss. denn schliesslich sind die freiheiten in unserem land, die du gut beschreibst, werk vieler menschen, die irgendwann einmal an einem entscheidenden punkt sich aktiv für eine veränderung eingesetzt haben.

    liebe grüsse aus salzburg

    bernhard

  27. Nicole
    January 29th, 2010 at 10:00 | #27

    lieber ali!

    für mich zählt es mehr, in welche richtung sich ein land, eine gesellschaft entwickelt. und so finde ich hat der iran, in dem menschen bereit sind, für ein bisschen mehr freiheit zu demonstrieren, mehr anerkennung verdient, als österreich, in dem es mehr freiheit gibt, diese jedoch immer weiter beschnitten wird: so ist etwa die saualm ein gesetzlich nicht gedecktes freiheitseinschränkungs-lager, und die diskussion über die anwesenheitspflicht in erstaufnahmezentren geht jetzt den nächsten schritt.

    wenn du schreibst, es gibt rechtssicherheit in diesem land, so ist das bereits ein punkt, der so nicht mehr stimmt: siehe dörfler, siehe grasser, siehe die verurteilungen von personen wegen widerstands gegen die staatsgewalt, die eigentlich selbst polizeiopfer sind, siehe omofuma und ofoedu und wague.

    ja, österreich ist besser als der iran. aber: besser ist noch lange nicht gut. und es wird – und das ist es, was viele so frustriert – schlechter.

    lg,
    nicole

  28. January 29th, 2010 at 18:01 | #28

    #AlfonsHaider und das verschissene Land. http://bit.ly/aucO0r (via @michelreimon/@marcoschreuder ) #fpoe #oesterreich #kritik #racism

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  29. ella
    January 29th, 2010 at 11:55 | #29

    Lieber Ali,

    ich finde beide positionen sehr wichtig! denn solange nicht alles perfekt ist, müssen wir alle immer wieder an die misstände erinnert werden, nämlich dass es misstände sind, und keine normalität. und dass menschenwürde und respekt jedem zustehen, und keine gedankenspielereien weltfremder wohlstandsverwöhnter mode-linker sind. es ist wichtig, dass immer wieder jemand aufsteht, und gegen misstände haltung bezieht, sodaß wir alle ermutigt werden, nicht wegzusehen und selbst diejenigen zu sein, die es richten (und beim nächsten mal selbst aufstehen)!
    die gegenposition ist dabei genauso wichtig: es gibt viele gute seiten am leben in österreich, nicht alles ist schlecht, nicht immer ist was schlecht. genau dieses lebenswerte österreich gilt es zu verteidigen, oder zu erweitern. deswegen müssen wir immer wieder hören, wieso es sicht lohnt, gegen die misstände zu kämpfen, die dieses lebenswerte österreich bedrohen.

    und wir müssen beide seiten immer wieder hören, um zu wissen, wir sind nicht alleine. vielleicht macht das so mancher und so manchem mut, für besseres zu kämpfen. es ist wichtig, das feld – in den medien, auf der strasse oder im alltag – nicht denjenigen zu überlassen, die angst und hass propagieren. vielleicht macht es auch nur mut, sich nicht entmutigen zu lassen, für sich selbst einzustehen und seinen weg zu gehen, und durch das eigene vorbild andere zu ermutigen!

    auf jeden fall müssen wir darüber reden!

    lg
    ella

  30. Andreas
    January 29th, 2010 at 12:15 | #30

    Lieber Ali,
    über Facebook (Tipp von Marco Schreuder) bin ich auf Deinen offenen Brief gestoßen, der mich wie viele Andere berührt und nachdenklich gemacht hat. Ich gebe Dir in vielem Recht, was Du sagst. Als schwuler Österreicher, der auch schon viel in der Welt rumgekommen ist, liebe ich dieses Land und möchte in keiner anderen Stadt als Wien leben.
    Trotzdem verstehe ich auch Alfons Haider. Hört man unsere Innenministerin Frau Fekter, verfolgt man die politische Entwicklung in Kärnten, liest man wieder und wieder von den unsäglichen und menschenverachtenden Aussagen aus dem rechten Eck um HC Strache, dann kann einem schon mal die – wienerisch gesagt – Hutschnur reißen. Und ich bin fast froh, dass Alfons Haider einmal nur emotional reagiert hat, dass er nicht versucht hat, das Gute vor das Schlechte zu stellen, dass es aus ihm herausgebrochen ist, dass Österreich AUCH ein echt “beschissenes” Land sein kann. Ich glaube nicht, dass Alfons Haider das Land per se verdammen wollte, denn er hat sich ja auch konkret auf den in Österreich so oft menschenverachtenden Umgang mit “Minderheiten”, Schwächeren und “Anderen” bezogen. (Die Anführungszeichen auch, weil ich diese Kategorien nicht anerkennen will, weil ich daran erinnern möchte, dass ALLE Menschen die gleiche Würde haben.)

    Ja, Alfons Haiders Aussage war grob und verallgemeinernd, aber gerade bei ihm, der sonst so kontrolliert ist, hat mich der Gefühlsausbruch überrascht und fast gefreut. Er zeigte mir auch, dass er den Status Quo nicht akzeptieren will, dass er wütend ist, dass er kämpfen will, dass aus diesem schönen Land kein grausliches rechtes Biotop wird.

    Danke für die Anregungen, die Du mit Deinem Beitrag geliefert hast.
    Beste Grüße
    Andreas

  31. January 29th, 2010 at 21:00 | #31

    Ein offener Brief an #AlfonsHaider http://ow.ly/10czk #beschissenesÖsterreich #fb

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  32. January 29th, 2010 at 18:32 | #32

    Hallo Ali,
    noch eine kurzre Rückmeldung zu deiner Antwort zu meinem Posting (habs erst jetzt gelesen): Ja, ich frag mich auch oft, was passieren würde, wenn man die Aussagen der FPÖ einfach ignorieren würde. Ich würde sie gerne ignorieren. Aber leider tun die Medien das nicht. Wenn der HC was sagt, ist das in allen Radiosendern und in allen Zeitungen. Auch dadurch wird ihm enorme macht gegeben. Grüße Sonja

  33. January 29th, 2010 at 20:06 | #33

    Ich war selten so beeindruckt von Gelesenem, wie nach jener klugen, prägnanten, aufrichtigen und gemessen an herrschender Usance absolut mutigen Positionierung, dennoch werde ich auch nie vergessen, als ich Alfons Haider einst über den Graben in besagtem Jahre (wohl in der ersten Hälfte) hetzen sah.
    Ich, der ich Mitleid verabscheue und Mitgefühl für unabdingbar halte, fühlte unsagbares Mitleid und auch den Schmerz, den der mutige Publikumsliebling zu ertragen schien, am eigenen Leib.
    Und es tat weh.
    Dass wir alle Gefühle haben, halte ich für gut.
    Traurig stimmt nur der Umgang der meisten mit ihnen.
    Etwaige “Entgleisungen” führen aber – das wird hier offenkundig- mitunter zu interessanten Entwicklungen.
    So oder so, ich bin selten beeindruckt; von Ihrem Schreiben war ich es jedoch zutiefst.

    Sollten Sie eine Bewegung is Leben rufen, bitte halten Sie mich auf dem Laufenden.

    Danke

    Bonne continuation!

    GP

  34. January 29th, 2010 at 23:15 | #34

    Danke!

  35. January 30th, 2010 at 03:10 | #35

    Grad erst gelesen: Ali’s Reaktion auf Alfons Haiders Statement http://ow.ly/10fvZ Bravo Ali! Wir Spengergassler rocken halt unheimlich :)

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  36. January 30th, 2010 at 03:20 | #36

    Lesebefehl: “Österreich hat es nicht verdient mit dem Wort beschissen in Verbindung gebracht zu werden” http://ow.ly/10fvZ via @Nattl

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  37. February 1st, 2010 at 09:45 | #37

    lesenswert: RT @mahlo Ein offener Brief an @AlfonsHaider http://ow.ly/10fvZ #beschissenesÖsterreich

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  38. February 7th, 2010 at 00:00 | #38

    Danke für >30 comments & >25 private Mails zum Blogeintrag “beschissenes Österreich” http://ow.ly/14zyD die Diskussion macht Sinn! #fb

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  39. Hui Buh
    February 8th, 2010 at 17:14 | #39

    Lieber Ali,
    Ein großartiger “Brief”, bin berührt und begeistert…fundiert, überlegt, klug, dankbar, doch nicht unterwürfig-schleimend, alles in allem wirklich großartig verfaßt!!! Aber, jaja, jetzt kommt natürlich ein “ABER”: Was macht ein “anständiger” Mensch, mit solchen Wertvorstellungen freiwillig bei einer FPÖ Kundgebung?? Gezwungen worden hinzugehen? Ist mir völlig unerklärlich und unverständlich!! Trotzdem liebe Grüße ;-) Hui Buh

  40. February 8th, 2010 at 17:28 | #40

    Hallo Hui Buh,

    danke für dein Feedback.
    Ich war auf einer FPÖ-Kundgebung, weil ich einfach selber sehen wollte, wie es dort zugeht. Ich hätte nicht im Entferntesten an solche Reaktionen gedacht, wie sie mir dort widerfahren sind.

    Ich bin persönlich jemand, der sich gern selbst eine Meinung bildet – daher mein langer Marsch zur FPÖ Kundgebung :-)

    Alles Gute!
    Ali

  41. Hui Buh
    February 8th, 2010 at 19:57 | #41

    @Ali Mahlodji
    Lieber Ali,

    alles klar und vielen Dank für die Er- bzw. Aufklärung ;-) )

    LieGrü
    Hui Buh

  42. February 17th, 2010 at 02:18 | #42

    Hi Ali,
    Bin erst gerade über deinen Brief gestolpert und er hat mich sehr bewegt. Damit meine ich vor allem die vielen Parallelen zu eigenen Erfahrungen (e.g. Akademiker-Eltern, mit denen in der neuen Heimat in der Infinitiv-Form gesprochen wird, damit sie das Gesagte auch verstehen oder so, als ob sie schwer von Begriff seien), aber auch einige deiner Hürden, die mir großteils erspart blieben – manche davon nur deshalb, weil mein Aussehen kaum etwas über meine Herkunft und kulturellen Hintergrund verrät. (“Echt? Ich hätte nie gedacht, dass du eine Ausländerin bist. Schaust gar nicht so aus.” – Traurig, aber wahr).
    Ich weiß nicht, wie der Erfolgspessimismus nach dem Motto “Als Ausländer hast in Österreich eh keine Chance” bei dir verteilt war, aber bei mir waren es überwiegend Bekannte mit Migrationshintergrund, die mich davon überzeugen wollten, dass Erfolgsbestrebungen in einem Land wie Österreich fast sinnlos sind und schließlich nur zu Verdruss führen. Du hast mir wiederum genau deshalb “aus der Seele geschrieben”, weil auch ich Österreich als ein Land mit genügend Platz für Vastics und Korkmaz’ sehe und – wofür ich 17 Jahre lang dankbar bin – eine Oase des Friedens und der Freiheit. Und auch wenn es einige Stolpersteine gibt (die gibt es überall, nur erkennen wir sie in unserer eigenen Umgebung am stärksten – was aber auch gut ist, weil es an uns liegt, sie aus dem Weg zu räumen), haben wir doch genügend Raum für Selbstbestimmung, der vielen anderen leider noch verwehrt geblieben ist.

  43. March 4th, 2010 at 01:36 | #43

    Interessantes Thema. Ich bin aber nicht ganz eurer Meinung, aber das ist ja auch kein Diskussionsforum hier. Bleibt am Ball.

  44. March 5th, 2010 at 13:51 | #44

    Schoene Seite! Dieser Post ist gut geschrieben. Danke dafuer.

  45. March 7th, 2010 at 18:10 | #45

    Herausragender Post !! Ich schreibe auch an einem Aufsatz ueber Lesefreuden und freue mich Ihre Seite gefunden zu haben

  1. January 26th, 2010 at 04:51 | #1
  2. January 30th, 2010 at 04:09 | #2
  3. March 4th, 2010 at 19:01 | #3